Aus Neukölln klingt´s in ES-DUR

Wer aus dem Südosten nach Berlin kommt – egal ob mit dem Flieger, dem Auto, per pedes oder per pedal – hat´s unter oder vor sich. Weithin sichtbar – das Hotel Estrel in der Sonnenallee am Neuköllner Schifffahrtskanal.

Ein Riesenbau mit 1.125 Zimmern – das größte Hotel Deutschlands. Umgeben von Industrie und Schrotthafen. Neuerdings mit Autobahn-Anbindung. Der, der den Mut hatte, in einer ehemals gottverlassenen Gegend dieses Bauwerk errichten zu lassen, hat sich, nicht ganz uneitel, namentlich verewigt: Ekkehard Streletzki ist der Eigentümer dieses Vier-Sterne-Hotels – daher E – S T R E L.

Aber das haben viele schon immer gemacht. Denken wir nur an HILTON, KONNOPKE, FIELMANN usw. Doch nicht alles, was dem Erich Streletzki gehört, trägt seinen Namen z.B. der Filmpark Babelsberg,  Gewerbeparks in Berlin, Brandenburg und Sachsen und das Vier-Sterne-Hotel-Ellington zwischen KaDeWe und Gedächtniskirche.

Aber dieses Haus und das anhängende Estrel Convention Center haben nicht nur für Berlin-Neukölln positives Image in die Welt hinaus getragen – ich sehe da auch die vielen Veranstaltungen von Mietern, die die großzügigen kulturellen und technischen Angebote für sich genutzt haben. Denken wir nur an die Frank-Zander-Weihnachtsaktionen, die Riesenkongresse, die Parteitage, Konferenzen, die Bernhard Kurz-Super-Shows im Estrel Festival Center.

Jetzt hat Streletzki nochmal zugeschlagen – er hat das Gelände rundum das Hotel dazu gekauft und wird auf diesen rund 35.000 Quadratmetern ein zweites Kongress-und Messe-Zentrum für ungefähr 4.000 Leute errichten. Da will er den staatlichen Bauherren zeigen, wie er als Privater beim Bau Termine sieht: Er will bereits im Sommer 2015 den neuen Komplex einweihen.

Estrel wird gut gerüstet sein, wenn dann irgendwann doch noch der „Fluchhafen BER“ in Betrieb genommen wird. Tausend Zimmer im „alten Haus“ sind schon renoviert, das „alte“ Congress-, Festival- und Messe-Zentrum wird „auf Vordermann gebracht“, wenn die neuen Bereiche fertig sind – und der Berliner Stadtteil Neukölln hat dann allen Grund, dem E.S. mal mehr als nur Dank zu sagen. Da habe ich einen Vorschlag – einen plausiblen, glaube ich:  Berlin hat ja schon mehrere Städte in sich – da gibt´s  die SIEMENSSTADT, die GROPIUSSTADT,  die WILHELMSTADT – da sind Ortsteile nach ihren prominenten Gründern oder Bewohnern benannt wie Friedrichshagen, Konradshöhe und Borsigwalde. Das war alles im vorigen Jahrtausend, könnte man sagen, und ich bin nun der Meinung, daß es höchste Zeit ist, diese Tradition fortzuführen. Ein Terrain dafür ist da – der Verdienstvolle, der es eben verdient hat, mit solch einer Geste der Metropole Berlin geehrt zu werden, ist auch da. Eine gemäße Ehrung ist sicher, diese Neuköllner Gebiet „Streletzki-Kietz“ zu nennen. Nicht „Kiez“ sondern nach Tradition der Erst-Berliner, der Fischer, mit T Z; denn wenn so nah am Wasser gebaut wurde, ist es ein Kietz .

Ich bin mir sicher, daß man sich bei solch einer  längst fälligen Ehrung davon überzeugen könnte: E.S. „hat dicht am Wasser gebaut“.

Kanter

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