Keiner muss vor Berlinern flüchten

Eine „Toleranz-Offensive“ für Berlin hat die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) gefordert. Dazu sollten die S-Bahnen zur „rollenden Toleranz“ gegen fremdenfeindliche Hetze gemacht werden.

Ebenso die U-Bahnen und Busse. Hier müsse gezielt auf die Schicksale von Asylbewerbern hingewiesen werden. Dazu biete es sich an, Werbeflächen zu nutzen. Wichtig dabei sei es, individuelle Schicksale aufzuzeigen. „Viele machen sich kein Bild davon, was die Menschen, die als Flüchtlinge zu uns kommen, hinter sich haben – grausame Kriegserlebnisse, Verfolgung, Folter. Deren Gesichter und das, was sie erlebt haben, sollte in den Verkehrsmitteln dieser Stadt präsent sein. Genau da also, wo Asylsuchende den Berlinerinnen und Berlinern auch begegnen. Dort haben wir die Chance, in den Köpfen der Menschen etwas zu bewegen“, sagt Klaus Just. Der Berliner EVG-Vorsitzende macht deutlich, dass seine Gewerkschaft für ein „Mehr an Toleranz“ stehe.

Gerade im Umfeld von Flüchtlingsunterkünften plädiert die Berliner EVG für den Einsatz von „Toleranz-Botschaftern“. Dies könnten Ehrenamtliche sein, die an S-Bahn-Stationen oder auf U-Bahnhöfen einen „Info- und Lotsen-Service“ für Fahrgäste und Asylsuchende übernehmen. „Das tolerante Berlin muss ein Zeichen setzen. Wir brauchen Aktivitäten für Gleichbehandlung und gegen Fremdenfeindlichkeit. Die Botschaft muss sein: ‚Keiner muss vor Berlinern flüchten. – Berlin macht keinen übel an.’ Wir müssen der Zivilcourage in Berlin ein neues Rückgrat geben“, sagt Klaus Just. EVG-Mitglieder sind die ersten, die etwa in S-Bahnen oder auf Bahnhöfen die „Aktion Toleranz“ unterstützen würden. Viele hätten sich bereits in der vergangenen Woche an der Veranstaltung der Initiative „Hufeisern gegen Rechts“ mit einer Kundgebung beteiligt. „Von Unmut bis Hetze – Berlin darf sich beschämende Aktionen gegen Asylunterkünfte und deren Ablehnung nicht länger leisten“, so Berlins EVG-Chef. Es müsse sich das etablieren und demonstriert werden, was eine weltoffene und tolerante Hauptstadt ausmache: „eine Willkommenskultur, keine Schmähunkultur“.

EVG

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