
Zum 22. Tag des offenen Umgebindehauses am 30. und 31. Mai 2026 öffnen in Deutschland, Tschechien und Polen mehr als 150 Objekte ihre Türen. Besucher können an dem Wochenende auf eine grenzüberschreitende Entdeckungstour gehen und die besondere Bauweise der Umgebindehäuser kennenlernen.
Am Samstag, 30. Mai, sind rund 40 Umgebindehäuser in Tschechien zugänglich. Einen Tag später öffnen 72 Objekte auf deutscher Seite, 41 in Polen und zwei weitere in Tschechien. In der Regel sind die Häuser zwischen 10 und 17 Uhr ohne Eintritt zu besichtigen, auf tschechischer Seite sogar bis 18 Uhr. Die zentrale Eröffnung findet am Sonntag, 31. Mai, um 10 Uhr in Seifhennersdorf statt. Dort hat die Sächsische Bildungs- und Begegnungsstätte Windmühle Seifhennersdorf ein früher baufälliges Umgebindehaus saniert und ausgebaut. Das mehr als 360 Jahre alte Haus soll künftig für Seminare und Workshops genutzt werden. Der Verein will damit Wissen über die Umgebindehäuser weitergeben und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit stärken.
Der Tag des offenen Umgebindehauses wurde 2005 in der Oberlausitz ins Leben gerufen. Seitdem öffnen private Eigentümer, Firmen und Vereine ihre Häuser und geben Einblick in gelungene Restaurierungen ebenso wie in Gebäude während der Sanierung. Zum Programm gehören je nach Ort auch Vorführungen von Handwerkern, Ausstellungen, Angebote für Kinder und Ortsführungen. Ein Beispiel ist ein Haus in Sohland an der Spree, das aus einem maroden Gebäude von 1661 zu einem bewohnbaren Domizil geworden ist. Die Eigentümerin berichtet von der hohen handwerklichen und historischen Qualität solcher Häuser und hofft, dass Besucher sich intensiver mit dieser Bauform beschäftigen.
Die Veranstalter verweisen darauf, dass es noch viele vergessene Häuser gebe, die auf die richtigen Menschen warteten. In Tschechien findet der Aktionstag bereits zum dritten Mal unter Leitung der dortigen Destinationsorganisation statt. Dort soll vor allem das Bewusstsein für das kulturelle Erbe der Volksarchitektur gestärkt werden. Umgebindehäuser verbinden Elemente von Fachwerk, Blockbau und Massivbau. Markant ist die hölzerne Stützkonstruktion, das Umgebinde, das die Blockstube umschließt. Schätzungen zufolge gibt es noch rund 20.000 dieser regionaltypischen Bauten in Nordböhmen, Niederschlesien, der Oberlausitz und der Sächsischen Schweiz.
Zum Aktionstag erscheint ein gedrucktes Programmheft mit allen Angeboten in Deutschland, Polen und Tschechien, sortiert nach Orten. Die Broschüre ist in den Tourist-Informationen der Landkreise Bautzen und Görlitz erhältlich. Das Programm steht außerdem online unter www.stiftung-umgebindehaus.de zur Verfügung.
Bild: ©Philipp Herfort
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