Aufruhr in der Köpenicker Altstadt

Keine Chance mehr die Altstadt mit dem Fahrzeug zu durchqueren, so jedenfalls das Fazit einer 50.000 € teuren Studie, dem sogenannten Lärmminderungsplan.

Nun sollen die Bürger Ihre Meinung zum Verkehrskonzept äußern, obwohl das Bezirksamt bereits am 10. Juni mit einem Beschluss den Plan gebilligt hat. Eine Alibiaktion nennen die Betroffenen die ebenfalls vor einer Woche begonnene Bürgerumfrage. Spontan kamen am 18. Juni 03 rund 50 Gewerbetreibende, Bewohner und Hauseigentümer im Rathaus Köpenick zusammen, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Einig war man sich darüber, dass der reine Durchgangsverkehr aus der Altstadt herausgehalten werden soll. Nur das wie löste heftigen Protest aus. Zu einem kompletten Verbot für den Nord-Süd-Verkehr darf es nach Meinung der Anwesenden nicht kommen.
„Dies würde der historischen Altstadt den Todesstoß versetzen und zahlreiche Händler in die Pleite treiben” so Wolf Wittstock, Optiker in der Grünstraße. Viele fühlen sich vom Bezirksamt verschaukelt, dennoch will man sich an der Umfrage beteiligen und sieht u.a. darin eine Chance das Ruder noch herumzureißen. Parallel dazu ist eine Unterschriftensammlung im Gange. „Wir wollen während der Bürgeranhörung in der nächsten Bezirksverordnetenversammlung unseren Unmut äußern und dem Vorsteher eine Unterschriftenlisten übergeben”, so Frank Ewald, der sich als Initiator des „Whisky-Herbstes” einen Namen gemacht hat. Dass nicht nur gemeckert wurde zeigen Alternativvorschläge, die auf Zustimmung stießen.
Bedauert wurde, dass Vertreter des Bezirksamtes der Veranstaltung fern blieben. Einzig der Ex-Baustadtrat Oliver Scholz (CDU) zeigte Interesse. Er habe bereits vor zwei Jahren ein Konzept vorgelegt, wie die Verkehrsströme nach Fertigstellung der Altstadtumfahrung um die Altstadt herum gelenkt werden können. „Im Gegensatz zu den jetzigen Plänen sind diese Maßnahmen Angebote und keine Verbote. Man sollte die Dinge schnellsten umsetzen, statt ständig neue Studien in die Welt zu setzen”, so Scholz.
(aus einer Pressemitteilung der Initiative “Rettet die Köpenicker Altstadt”)

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