Ihr Sünderlein kommet: Weihnachten mit der Ersten Allgemeinen Verunsicherung

1000 Jahre EAV - Abs~sefoto 1 (c)EAV

Was alljährlich im Dezember pandemisch wiederkehrt, ist kein vom Himmel gefallener Schmutz-Engel, sondern pestenfalls eine temporäre Shopping-Infektion, die über Wochen die gesamte Menschheit heimsucht. Gegen diesen global grassierenden Kauf-Juckreiz scheinen weder Myrrhe-Kräutl noch Mistelzweige gewachsen zu sein… Wirtschaftlich gesehen könnte man ergo leicht entsprechende Musiktitel assoziieren: „There‘s no business like Christmas!“, „Süßer die Flocken nie springen“, „Leise rieselt‘s ins Portemonaie“ oder „Es ist ein Moos entsprungen“ und der heiteren mehr.

„Warum billig geben, was sich vielleicht gut verkaufen lässt?“, dachte sich also auch die Erste Allgemeine Verunsicherung (EAV) bereits anno 1979 und nahm während ihrer damaligen Weih-nachtstournee an einem spielfreien Tag in Dortmund ihre allererste Single mit dem rundfunk-untauglichen – deshalb auch selten gespielten – Titel „Ich bin der geile Weihnachtsmann“ auf.

Das unheilige Ensemble rekrutierte sich zu besagter Zeit aus der Urgewalt Walter Hammerl, Nino Holm, Anders Stenmo, Eik Breit, Thomas Spitzer und einem Gutteil von STS, nämlich dem damaligen EAV-Frontsä(n)ger Gert Steinbäcker, assistiert von Schiffkowitz und Günter Timischl. (Erst 4 Jahre später sollte Klaus Eberhartinger der 3. und wohl bekannteste Sänger der EAV werden.)

Seit dieser absolvierten Tournee war es v.a. Spitzers Langzeit-Ansinnen, irgendwann ein dazugehöriges (Anti?!-)Weihnachtsalbum aufzunehmen, da sich diese Show der „Bösterreicher“ auch außerhalb des Hamburger Rotlicht-Milieus als äußert publikumswirksam erwiesen hatte.

Allein, diesem Vorhaben standen in den darauffolgenden Jahrzehnten einige sehr populäre Tonträger (ca. 10 Millionen verkaufte gar) und damit gekoppelte Tourneen im Wege. So ließ sich dieser Wunsch zu Lebzeiten nicht mehr erfüllen.

Denn am 14.09.2019 trug sich die EAV nach einer über 90 Konzerte umfassenden Abschiedstour zu Grabe. Dort rotierte der unruhende Geist Spitzers – ein nicht erfülltes Bedürfnis bringt selten baldigen Frieden. Als sich dann noch Santa Viralis sei Dank im Dezember 2020 die Rufe notleidender Verunsicherungsjünger mehrten, dass ein Leben ohne EAV zwar möglich, aber sinnlos sei – fiel endlich die Entscheidung das bislang ungeborene Wunschkind mit 42-jähriger Verspätung doch noch post-humus ans Licht der inzwischen maskentragenden Welt zu hieven.

Da sich geschätzte Musikerkollegen ausnahmsweise aufgrund des absoluten Stillstands der Kulturbranche nicht auf ausgebuchten Konzertreisen befanden, wurden sie kurzerhand verpflichtet, an diesem EAVlichen Machwerk mitzuwirken. Quer durch die musikalischen Austro-Generationen hinweg konnten Willi Resetarits (vulgo Dr. Kurt Ostbahn), Paul Pizzera, Christopher Seiler, Turbobier, Lemo, das reinkarnierte Verunsicherungs-Rockkabarett „HORST“, sowie die Ur-EAVler Klaus Eberhartinger, Gert Steinbäcker, Eik Breit und Mario Botazzi (jeweils 1 Titel) gewonnen bzw. überredet werden.

Dass bei der Vielzahl genannter Interpreten ein äußerst buntes Album entstehen musste, liegt in der Klangnatur unterschiedlicher Stimmbänder.

Verlosung

Die Berliner Lokalnachrichten verlosen 2 Doppel-Albums in LP-Größe und Buchform. Zur Teilnahme geben Sie bitte im Textfeld das Stichwort “EAV” an. Eine Teilnahme per E-Mail ist nicht möglich. Einsendeschluss ist der 10. Dezember 2021.

Rechtsweg und Auszahlung sind ausgeschlossen. Die Teilnehmerdaten werden ausschließlich für die Durchführung der Verlosung verwendet. Bildrechte: ©EAV  2021

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