Straßenfußball-WM mit Start im „METRO Fußballhimmel“

Berlins Straßenfußball WM

Auf dem Dach des ab September geöffneten neuen Großmarktes in Fried­richshain/Kreuzberg werden Vereine und Schulen dem runden Leder nachja­gen / 22 Teams aus 5 Kontinenten beim „streetfootballworld festival 2006“ / Kenia erster Straßenfußball-Weltmeister

Am 29. Juni schlug auf dem METRO-Bauplatz am Wriezner Karree, Nähe Ostbahnhof, die große Stunde: Einzigartig unter den weltweit mehr als 540 METRO Cash & Carry Stand­orten wurde auf dem Dach des zukünftigen Großmarktes ein Fußballfeld eingeweiht. „Der auf Wunsch des Bezirkes Friedrichshain/Kreuzberg eingerichtete knapp 9.000 qm große Kunstrasenplatz entspricht den Normen des Weltfußballverbandes FIFA. Eine Flutlichtan­lage, Platz für 600 Zuschauer, eine Tribüne sowie das Clubhaus mit Gastronomie und Umkleidekabinen sorgen für Stadionatmosphäre“, erklärte Rainer Grünewald, Vorsitzender der Geschäftsführung von METRO Cash & Carry Deutschland, gegenüber den Berliner LOKLNACHRICHTEN.
Mit von der Partie waren 22 Teams aus 5 Kontinenten von „streetfootballworld“. Die über 200 Jugendlichen, darunter knapp 40 Mädchen, waren aus Anlass der Fußball-WM nach Berlin gekommen, um auf einem eigens dafür erbauten Bolzplatz-Stadion in Kreuzberg vom 2. bis 8. Juli ihre Straßenfußball-WM zu veranstalten. Als Experten vom Dienst dabei auch die Torwart-Legende Toni Schumacher und Dribbelkönig Pierre Littbarski. Die Ex-Nationalspieler haben sowohl als Welt- wie als Europameister für Aufsehen gesorgt und standen an diesem sonnigen Donnerstag nicht nur der Presse Rede und Antwort, sondern zeigten den Nachwuchskickern aus Israel und Palästina, Senegal, Brasilien, Paraguay, Deutschland und Polen, auch wie man Elfmeter verwandelt oder hält und worauf es beim Dribbling ankommt.
Die Straßenfußball-WM wurde von Jürgen Griesebeck 2002 begründet. Dabei wird Fußball als Mittel gegen Gewalt, Drogen und Armut sowie als Weg zur Völkerverständigung und Toleranz eingesetzt. Hintergrund für die inzwischen weltweit mit 80 Projekten und rund 200.000 Jugendlichen etablierte Aktion ist der Mord an dem kolumbianischen Spieler Andrès Escobar 1994. Dieser hatte bei der WM in den USA ein Eigentor geschossen und war von einem „Fan“ für das Aus seiner Mannschaft verantwortlich gemacht worden.
„Unser Ziel ist es“, so der 41jährige Geschäftsführer von streetfootballworld, „fußballspie­lend die Spirale der Gewalt zu durchbrechen. Die Aktion funktioniert als Netzwerk. Als Vertreter aller Projekte konnten die Bundesregierung und die FIFA als Sponsoren gewon­nen werden.“ Ziel sei es, die Straßen-WM wie die FIFA-WM alle vier Jahre auszutragen. Dabei sei das Verfahren einfach: vorgegeben sind nur Spielfeld und Spielerzahl, alles an­dere läuft über Ansprachen und Diskussionen, also Fußball ohne Schiedsrichter.
Während bei den „Großen“ Italien (nach 5:4 im Elfmeterschießen gegen Frankreich) den Gold-Pokal errang, konnte sich bei den Straßenfußballern das Team aus Kenia (nach 4:3 im Elfmeterschießen gegen Südafrika) mit dem 1. WM-Titel schmücken.     Rudolf Hempel

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