Oase in der steinernen Innenstadt

Oassen

Berlins längstes Gartendenkmal, die Gärten und Wasserspiele, Plätze und Wege entlang des Luisenstädtischen Kanals, nimmt zusehends Gestalt an.

Dort, wo vor mehr als 100 Jahren noch auf dem Wasserweg Material für den Neubau von Wohnhäusern der Luisenstadt transportiert wurde, wachsen heute Zierpflanzen, bieten Gartenbänke Platz zum Ausruhen und verwandeln Wasserspiele die steinerne Innenstadt in eine Oase. „Wir haben mit dem Gartenamt über mögliche Gestaltungsvarianten diskutiert“, sagt Anwohner Wieland Giebel. Das habe sich ausgezahlt.
Tatsächlich: Der vor wenigen Tagen fertiggestellte Waldpflanzgarten ist eine Augenweide. Vom Bethaniendamm aus können Spaziergänger besonders gut auf den Grund des einstigen Wasserkanals schauen. Daß dies möglich ist, haben die Anwohner durchgesetzt. Denn entgegen der ursprünglichen Planung wurde statt einer mehr als 1,50 Meter hohen Mauer ein Geländer entlang der alten Kanalmauer gesetzt. So ist immer der Blick frei auf die Blumenrabatten, Sträucher und Baumgruppen.
Mehr als 400.000 Euro hat der Bau des zirka 250 Meter langen und mehr als 15 Meter breiten Grünzuges gekostet. Zwei Jahre wurde an diesem Abschnitt, der von der Adalbertstraße bis zur Melchiorstraße reicht, gearbeitet. Bei der Gestaltung der Grünanlage hat man sich weitestgehend an den historischen Vorgaben des Stadtgartendirektors Erwin Barth (1880 – 1933) orientiert. Mit der Fertigstellung des so genannten Waldpflanzgartens ist ein weiterer Abschnitt des Gesamtkomplexes naturalisiert. Geplant ist etwa, daß im kommenden Jahr der heute noch zugeschüttete Teil des Luisenstädtischen Kanals zwischen Köpenicker Straße und Melchiorstraße gestaltet wird. Doch ob dieser Kanalabschnitt freigelegt oder auf der jetzt bestehenden Fläche Rasen gesät wird, ist noch unklar. Mit der Fertigstellung des Engelbeckens und der außerdem geplanten Gestaltung des Grünzuges vom Oranienplatz bis zum Landwehrkanal entstehe eine interessante Grünanlage mitten in Berlin.
Derzeit laufen die Bauarbeiten am Engelbecken auf Hochtouren. Die Ufermauern des künftig bis zu 1,50 Meter tiefen Wasserbeckens werden befestigt. Vorbereitet wird auch die Montage von 16 Wasserfontänen, die im Sommer 2007 dort sprudeln werden. Und auch das „Wasserschloß“ am nördlichen Ufer des Beckens soll wieder aufgebaut werden.
Von dessen Terrasse aus reicht der Blick dann hinein in den bereits fertig gestellten Rosengarten, dessen Mittelweg zum Oranienplatz führt. Dieser wurde vom Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg nach historischem Vorbild saniert. 200.000 Euro hat der Bezirk in dieses Vorhaben investiert.
Text & Foto: Mienleh

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