Ooch det is Berlin

Hat mich doch jemand gefragt, warum in unserer Zeitung so wenig über Mord und Totschlag, über Mißhandlungen, Betrügereien und ähnlich schreckliche Dinge stehe.

Er meinte ganz beharrlich, das wäre doch auch “Alltag in Berlin” und gehöre in die Berliner Lokalnachrichten. Tja, meine ich, das ist Ansichtssache. Wir berichten über das was im Kiez an Positivem passiert, wir empfehlen, geben Hinweise, Tipps und Ratschläge. Dafür haben wir alle 14 Tage nur wenige Seiten zur Verfügung. Also, behalten wir uns vor, hauptsächlich über das zu informieren, was aufbaut, was den Schrecken, der täglich sowieso über Print- und andere Medien auf uns zu kommt, etwas mindert. Und dazu gehören auch die angenehmen Themen, über die in diesen Tagen in Berlin, im Kiez geredet, geurteilt oder sogar geschwärmt wurde und wird. Also berichten und informieren wir auch in dieser Ausgabe über Auszeichnungen und Ausgezeichnete, über Premieren, Jubiläen und Jubilare.
Da imponierte mir zum Beispiel der Berliner Doppelboxweltmeister Sven Ottke, der als beliebtester Deutscher Sportler eine Goldene Henne verliehen bekam. Er begeisterte den ganzen Friedrichstadtpalast mit einer an Natürlichkeit kaum zu übertreffenden Dankesrede. Oder, da bewunderte ich den Kinder-Revolutionär , der auf den Barrikaden von “Les Misérables” so viel Temperament, Engagement und Können zeigte, dass ich ihn immer wieder herausragen sah aus der Schar der guten Mimen des Theater des Westens, und die waren wahrlich alle sehr gut.
Was mich in diesen Tagen jedoch besonders bewegte ist die Tatsache, dass eine Unternehmerin nachts gegen 23.30 Uhr noch auf den Hof geht, um ihn mit einem großen Wasserstrahl zu säubern. Ja, das erzählte mir der Ehemann, Braumeister und Besitzer Paul Häring, am Tag darauf, am 13. September, im Brauereihof von Berliner Bürgerbräu, übrigens der zur Zeit noch einzigen privaten Brauerei Berlins. Frau Maria Häring nämlich hatte einen Tag vor dem nunmehr bereits 20. Brauereifest keine Ruhe mehr. Sie mußte sich mit der Herrichtung des Festplatzes beschäftigen. – Voller Stolz sagte mir Frau Häring, dass sie allerdings nicht allein mit den Vorbereitungen befasst war. Alle Mitarbeiter der Brauerei, bis auf zwei z. Zt. Kranke, hätten außerhalb der regulären Arbeitszeit ebenfalls bei den Festvorbereitungen mit Hand angelegt. – Dass das Fest dann ein voller Erfolg wurde ist umso erfreulicher. Bezirksbürgermeister Dr. Klaus Ulbricht begrüßte und zapfte erfolgreich das Freibierfäßchen an, der Hauptmann von Köpenick mit Garde marschierte, sang und rezitierte, und schließlich wurden auch noch die Miss und der Mister Köpenick, gekürt. Und weil Überraschendes, Unvorhersehbares besonders bewegt, sei erwähnt, dass ein Freund der Familie Häring, ein junger Unternehmer aus Kenia, dem Siegerpaar ganz spontan einen 14tägigen Aufenthalt im Hotel seines Vaters, inklusive Hin- und Rückflug nach Kenia, sponserte. Die Freude der beiden Auserwählten, der Schülerin Katharina Tschöp und des Elektronikers Alex Pascal war riesengroß. Die Sonne gab an beiden Festtagen ebenso ihr Bestes wie die Zapfer von Pils, Rotkehlchen und Bock. Tja, also och det is Berlin in diesen Tagen meint Ihr Kiezreporter Manne.

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