Gericht plädiert für den Ausbau der Autobahn

Das Bundesverwaltungsgericht hat den Plan der Stadt Berlin zur Verlängerung der Autobahn 100 (A100) am 10. Oktober für rechtmäßig befunden. Die Autobahn A100 darf weitergebaut werden.

Ein Berliner Bezirk, Bürgerinitiativen und AnwohnerInnen hatten gegen eine Verlängerung der Autobahn geklagt. Die A100 läuft durch die Bezirke Mitte, Charlottenburg-Wilmersdorf, Tempelhof-Schöneberg und Neukölln. Sie endet derzeit in der Grenzallee in Neukölln. Sie soll nach der Berliner Landesregierung um 3,2 Kilometer über das Autobahndreieck in Neuköln über den Treptower Park bis zur Frankfurter Allee verlängert werden. Nach einer Forsa-Umfrage von 2011 befürwortet die Mehrheit der befragten BerlinerInnen die Verlängerung. Die Hälfte der A100 verläuft parallel zum südwestlichen Ring der S-Bahn.

Land Berlin muss mehr für den Lärmschutz tun
Der Senat hatte sich in seinem Koalitionsvertrag für die Verlängerung der Autobahn ausgesprochen. Die Bauarbeiten an der Autobahn wurden jedoch durch das Verwaltungsgericht in Leipzig mehrfach gestoppt. Das Gericht schätzte die durch die Verlängerung entstehenden Nachteile als zumutbar für die Bevölkerung ein. Gegen Lärm und Luftbelastungen können ausreichende Schutzmaßnahmen getroffen werden. Dafür müsse das Land Berlin sein Lärmschutzkonzept verbessern.
Befürworter sehen in der Verlängerung eine Entlastung des Durchgangsverkehrs der Berliner Innenstadt. Auch nehme der Verkehrslärm in der Berliner Innenstadt ab. Ole Kreins von der SPD argumentierte im September im Abgeordnetenhaus, dass die Mobilität der BerlinerInnen bei einer Verlängerung steigt.

Streit mit Betroffenen geht weiter
Gegner der Verlängerung kritisieren die geplanten Kosten für Berlin in der Höhe von 461,5 Millionen Euro für den Bauabschnitt bis zum Treptower Park als zu hoch. Sie protestieren zudem gegen den Abriss von 350 Schrebergärten, gegen das Fällen von Bäumen sowie das Schließen von Gewerben entlang der Autobahnstrecke. Thomas Tromer von der Bürgerinitiative „A100 stoppen!“ warnt vor steigenden Lärm- und Luftbelastungen in zwei Berliner Bezirken, da LKWs bei einer Verlängerung Abkürzungen durch Friedrichshain, Prenzlauer Berg und Weißensee fahren würden.
Streitigkeiten bei Grundstücken können aus Gerichtssicht beigelegt werden. So verzichtete das Land Berlin auf den Abriss eines Wohnkomplexes. Das Berliner Abgeordnetenhaus hat den Senat aufgefordert, einen Bericht zu den nötigen Schutzmaßnahmen im Umfeld der Verlängerung vorzulegen.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.