Ein Weg-Weiser am Landwehrkanal

Der Schauspieler und Sänger Gunter Gabriel und sein Regisseur Volker Kühn

Da, wo die Stresemannstraße auf den Kanal trifft, ist das Willy-Brandt-Haus und aktuell ist dort eine interessante Ausstellung zu sehen, zusammengestellt von Volker Kühn.

Volker Kühn ist einer der größten Kenner der Kabarett-Geschichte – wir kennen ihn aber auch als Filmemacher, Regisseur, Schauspieler und nicht zuletzt als Autor für die Programme einer Lore Lorentz, von Dieter Hildebrandt, Wolfgang Neuss, Hanns Dieter Hüsch und Jürgen von Manger.  Anfang Februar war sein Bühnenstück „I´m Johnny Cash“ mit Gunter Gabriel im Renaissance-Theater  zu sehen.  Ein vielseitiger und engagierter Künstler, der mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande geehrt worden ist. Nachlesen kann man vieles zu ihm im Internet bei WIKIPEDIA.

So kam es nicht von ungefähr, dass sich die Chefin des Förderkreises im Willy-Brandt-Haus Gisela Kayser und Volker Kühn, der kurz nach der Wende Berlin zu seinem Wohnort machte, zusammen taten, um mit vielen Bildern und Texten an die berühmten und beliebten, in der Nazi-Zeit aus Deutschland vertriebenen und ermordeten Bühnenkünstler zu erinnern.

Die Ausstellung „Erzwungenes Finale – Ende der Vorstellung“ wurde von Wolfgang Thierse eröffnet – sie ist den in der Nazi-Zeit aus Deutschland vertriebenen und ermordeten Bühnenkünstlern gewidmet. Nicht alle Schicksale konnten erwähnt  werden – wir finden u.a. Dokumente zu den  Schauspielerinnen Camilla Spira, Tilla Durieux, Helene Weigel, Elisabeth Bergner, Grete Mosheim – zu den Schauspielern Erwin Geschonneck, Hans Otto, Kurt Gerron, Ernst Deutsch, Albert Bassermann – zu den Sängerinnen Fritzi Massary und Marlene Dietrich – zu den Sängern Richard Tauber und Ernst Busch – zu den Regisseuren Reinhardt, Piscator , Kortner und Langhoff.

Nichts Spektakuläres ist da entstanden, aber sehr sorgfältig und GEWISSEN-haft haben Kayser und Kühn etwas geschaffen, das gedenkt, das mahnt und das ehrt. Als Prolog der Ausstellung, Vernissage sagen heute alle, war die umtriebige Lea Rosh dabei und führte das Podiumsgespräch mit dem fast 80Jährigen. Wir erlebten einen klugen, wohlüberlegt formulierenden,  hellwachen und wachsamen Mahner – er ist kühn. Eben KÜHN.

Zu sehen ist die Ausstellung bis zum 3. März 2013 in Berlin – jeweils Dienstag bis Sonntag von 12 bis 18 Uhr bei freiem Eintritt.

Text & Foto: H. Kanter