Zu viel Druck in der Branche

Offset-Druckmaschine - in solchen Maschinen werden Zeitungen gedruckt
Offset-Druckmaschine - in solchen Maschinen werden Zeitungen gedruckt

Die Berliner Druckbranche steht vor einem Abgrund – Niemand weiß genau, wie viele Druckereien es in Berlin gibt. Aus bundesweit veröffentlichten Zahlen lässt sich nur schließen: Es müssen hunderte Druckereien sein. Die meisten sind kleine Betriebe mit weniger als 20 MitarbeiterInnen.

Viele Berliner Druckereien müssen in den kommenden Jahren wahrscheinlich schließen. Der Markt schrumpft, Maschinen veralten, InhaberInnen gehen ohne NachfolgerInnen in Rente.

Bodo Krusenbaum schätzt die Lage der Druckereien in Berlin ernst ein. Seit über 25 Jahren arbeitet er in der Druckbranche. Er sitzt dem Verein Berliner Führungskräfte in der Druckindustrie und Informationsverarbeitung vor. Auch ist er Geschäftsführer von Eurografia. Das Unternehmen verkauft grafische Maschinen. „Die Branche ist sehr konservativ, handwerklich geprägt“, sagt er.

Schnell ändert sich in der Druckbranche wenig. Dabei liegen nach Ansicht von Bodo Krusenbaum die Kapazitäten der Berliner Druckereien weit über der Nachfrage des Marktes. Selbst die Hälfte der Druckereien sei noch zu groß für den tatsächlichen Bedarf.

Zudem stehe den Druckereien ein Generationswechsel bevor. Viele DruckerInnen würden in den nächsten Jahren aus dem Berufsleben ausscheiden. Die Nachfolge sei meistens ungeregelt.

Folge der Digitalisierung

InvestorInnen fürchten hohe Verluste. Mit der fortschreitenden Digitalisierung werden viele Betriebe auf ihren Investitionskosten sitzen bleiben, so Bodo Krusenbaum. Er sieht drei Wege, wie Druckbetriebe auf diese Entwicklung reagieren sollten. Entweder sie spezialisieren sich in einer Nische, sie gehen in den Bereich der Neuen Medien, zum Beispiel in den Digitaldruck, oder sie geben das Drucken auf, um etwas Anderes zu tun.

„Die Lage der Berliner Druckereien ist allgemein nicht berauschend.“, drückt sich Harald Bareither vorsichtiger aus. Er ist der Geschäftsführer des Verbandes Druck und Medien in Berlin. Der konjunkturelle Aufschwung sei bei den Druckereien nicht angekommen. „Es gibt nur noch Firmenkonjunkturen.“ Die betreffen wenige Unternehmen. In diesem Jahr gingen bislang zwei Druckereien in die Insolvenz, so Harald Bareither, drei mussten schließen.

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