Spoleto im italienischen Umbrien

Kleiner Basar

Vorgestellt von Manfred Gütte:
„Die fruchtbaren Felder, geschmückt mit verschiedenen Baumarten, von Weinreben und vielen Bächlein mit klarem Wasser begleitet, die Unmenge Olivenbäume“ und der üppige Anbau von „Weizen und anderen Getreiden“  prägen  laut  dem Geschichtsforscher Leandro Alberti aus dem 16. Jahrhundert, das schöne Landschaftsbild dieses äußersten Zipfels der Valle Umbra, auch bekannt unter dem Namen Valle Spoletana wegen der zentralen Bedeutung, die Spoleto und seine Geschichte ab dem langobardischen Zeitalter hatten.

Wie mehrfach in der Literatur und der Periegese beschrieben – vom Heiligen Franziskus von Assisi bis Michelangelo und von Goethe bis Hermann Hesse – ist dieses Gebiet im Westen von der Bergkette Martani und im Osten vom Höhenzug, der von Spello ausgehend, seine Ausläufer bis nach Spoleto erstreckt und der vom eindrucksvollen Massiv des Monteluco beherrscht wird, begrenzt. Im Süden reicht das Tal bis zur Grenze der Provinz Terni, mit der es durch den Sommapaß verbunden ist. Die Schönheit dieser Landschaft entstand durch Veränderungen, die der Mensch über Jahrtausende hinweg nach einem Muster, das noch heute in seinen charakteristischen Zügen zu finden ist, bewirkt hat.
Vor kurzem durch die Region Umbrien eingeweiht, ist die „Strada dell‘olio extravergine d‘oliva DOP Umbria“ mit der Absicht entstanden, die Zonen der Region, die sich zum Olivenanbau eignen, aufzuwerten, indem man Touristen und Ortsansässige auf eine Route führt, die die Qualität des Produkts, die Herstellungsweise und den Einfluß der Umwelt und der Kultur auf den Anbau von Olivenbäumen und deren kostbare Frucht erläutert. Weil ganz Umbrien Öl von hoher Qualität erzeugt, welches 1998 als Erstes in Italien das Gütezeichen DOP erhielt, erstreckt sich die Route über die ganze Region, wobei sie die Eigenheiten der verschiedenen Unterteilungen in Lagen der DOP berücksichtigt Die Gegend  ist unterteilt in die Lagen der „Colli Assisi – Spoleto“ und der „Colli Martani“.
Die Lagen „Colli Assisi – Spoleto“, beginnt in Spoleto. Eindrucksvolle Steinterrassen auf den Hügeln krönen die Ebene, die hier besonders reich an Wasser ist und in der überwiegend Tabak und Getreide angebaut werden. Wenn man San Giacomo hinter sich gelassen hat, in dessen gleichnamiger Kirche interessante Fresken des Spagna zu sehen sind, kommt man schnell nach Campello sul Clitunno, das sich aus Campello Basso und Campello Alto zusammensetzt und das Tal durch seine Lage beherrscht. Von hier aus übersieht man die Vielzahl der Olivenbäume, die durch ihre Farbe mit der umliegenden Landschaft eine Einheit bilden. Außer der Kirche Madonna della Bianca aus dem 16. Jahrhundert, die sich in der unteren Ortschaft befindet und den Kirchen San Cipriano und San Sebastiane (Fresken des Spagna) entlang der Staatsstraße, findet man die wirklich sehenswerten Fonti del Clitunno. Hier bildet die Quelle des gleichnamigen Flußes einen kleinen See, der sein jetziges Aussehen einem Eingriff aus dem 19. Jahrhundert verdankt, aber schon in der Antike berühmt war. Da der Fluß zu jener Zeit wesentlich mehr Wasser führte, war es möglich, ihn mit einem Boot hinaufzufahren, um das Orakel des Clitunno zu befragen. Dem Gott des Flußes, dem ein Tempel geweiht war. wurden die schneeweißen und riesigen Ochsen geopfert, die diese Gegend besonders berühmt machten. Die Frömmigkeit der Gegend wird außerdem durch den nahen Tempietto bezeugt, einem einzigartigen Gebäude der christlichen Religion.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.