Sommerbeginn mit der Fête de la Musique

SésséPercussion spielte am Denkmal "Heiliger Georg" im Nikolaiviertel auf der Fete de la Musique im letzten Jahr (Foto: Kai Bienert)

Am 21. Juni ist Sommeranfang und somit der Tag an dem die Welt und Berlin tanzt – bei freiem Eintritt  auf der Fête de la Musique – drinnen und draußen in der ganzen Stadt von 16 bis 22 Uhr.

Die diesjährige Fête de la Musique ist ein Mix fast aller Stilrichtungen, doch musikalische Schwerpunkte sind erkenn­bar: Von den 104 Standorten sind allein zehn Electro-Bühnen, es gibt Swingmusik aller Couleur, u.a. im Frannz-Club und im Astra, ein großes Angebot an Klassik und Chormusik und eine starke Tendenz zu SingerSongwriter und Worldmusic. Auch der Trend zum akustischen Musizieren setzt sich fort: Das Nikolai­viertel, die Oldschool-Bühne am Walter-Benjamin-Platz in Charlottenburg, Hansaviertel und Alles in Butter verzichten ganz auf elektrische Verstärkung.

Wieder trifft Bekanntes auf Unentdecktes, Profis auf Laien, E auf U. Das Schöne an der Fête de la Musique ist stets das Überraschungsmoment, das hinter jeder Ecke wartet. Die schrägen Namen und Musikstilbezeichnungen vieler Ensembles lassen nicht erahnen, ob sie die Stars von morgen sind: Blockflöte des Todes (RAW), Komponistenviertel mit Herzmusik (Café Mirbach), Who killed Bambi (K17), Eden weint im Grab (White Trash), Terz mit Herz (Russisches Haus), Thomas Tulpe mit poppiger Wurstmusike (Abgedreht rockt), Franz Geil – das beste der französischen Chansons auf Deutsch (Infocafé Berlin-Paris), Krause-gets-the-blues (Hansa­viertel) oder die Diamond Rockers mit Rockabillykontrabass­klettern (Antje Öklesund).

Straßenmusik

Ganz abgesehen von den vielen Straßenmusikern, deren Namen wir nicht kennen und die von 16 bis 22 Uhr mit Sonder­genehmigung (aber nur unplugged, also ohne Strom/ohne elektrische Verstärkung) die öffentlichen Plätze bespielen dürfen. Eine Anmeldung für das Akustische Musizieren ist nicht erforderlich, die Genehmigung kann am 21.6. unter www.fetedelamusique.de herunter geladen werden.

Mehr Klassik denn je!

Gleich zwei hochkarätige internationale Ensembles beehren die Fête: Das Stanford Symphony Orchestra tourt auf den „Spuren Beethovens“ durch Europa und gastiert mit dem „Beethoven Marathon“ im UdK-Konzertsaal Hardenbergstrasse. Die 85 Mitglieder des Orchesters sind Studierende der Stanford-University (USA), die durch professionelles Coaching neben ihrem nicht-musikalischen Studienfach auch ihrer Begeisterung für klassische Musik nachgehen.

Das Ensemble Camerata Europaea präsentiert anlässlich des Europäischen Musiktags im Konzerthaus am Gendarmenmarkt klassische und zeitgenössische Musik der Reihe „Trio Europa“ aus Italien, Griechenland und Deutschland, darunter zwei Uraufführungen!

Junge Solisten des Julius-Stern-Instituts der Universität der Künste Berlin im Alter von 10 bis 18 Jahren stellen sich im UdK-Konzertsaal Bundesallee mit Werken von der Klassik bis zur Moderne vor. Les Jeunes Classiques sind Studenten der UdK und spielen Kammermusik in der Heilig-Kreuz-Kirche.

Liebhaber der Vokalmusik finden eine unglaubliche Bandbreite von geistlicher Chormusik bis Worldmusic inklusive Urban Yodeling z.B. in der Passionskirche, Parochialkirche, im Nikolaiviertel, im Russischen Haus, in Humboldt-Universität und St. Hedwigs-Kathedrale. Und auch in diesem Jahr begrüßen Berliner Posaunenchöre wieder den Sommer mit gemeinschaft­lichem Turmblasen.

Musik für-mit-von Kindern

An elf Standorten gibt es Musik für-mit-von Kindern und viele Mitmach-Angebote. Zum Beispiel Instrumentenbau aus Rest­materialien mit „Chance-Berlin“ bei Maries Bühne in Prenzlauer Berg. Das Klingende Museum mit dem interaktiven Musikmobil ist zu Gast bei Cabuwazi Treptow. Hier können die Kids nach Herzenslust verschiedene Instrumente ausprobieren, „anfassen, reinblasen und draufhauen“. Trommeln für Kurze ist angesagt im Yaam und bei Pankow-Party im Neumann Forum. Eine Plattform für die zahlreichen Nachwuchsbands bieten erneut Fette Musike am Kollwitzplatz, die Lindenkirche in Wilmersdorf, die Karlshorster Familienbühne oder Rocking for a free World – RAW in Friedrichshain.

Weitere Informationen: Fête de la Musique in Berlin, Freitag, 21. Juni 2013, Uhrzeit: Tagesprogramm ab 16 Uhr / Nachtprogramm ab 22 Uhr (nur drinnen) Ort: 104 Bühnenstandorte sowie Straßenmusik im gesamten Berliner Stadtgebiet. Programm: Hunderte Musiker, Bands, Gruppen und Ensembles aller Stilrichtungen, Programm online unter www.fetedelamusique.de/ Der Eintritt ist frei!