Neuerdings Brandung am Schöneweider Spreeufer

Die Chefin Bianca... (Foto: Kanter)

Spaß hat´s gemacht – ich habe mitten in der Woche gefeiert. Es war ARTHUR´S DAY (oder wie der Tag auch genannt wird: der Arthur Guinness Day 2013).

Pünktlich um 17.59 Uhr wurden im Berliner Pub „The Double Inn“ die Gläser mit GUINNESS, dem Stout unter den Bieren, gen Himmel gereckt. Es wurde, wie seit 2009 in jedem Jahr, Arthur Guinness geehrt, der vor 254 Jahren den legendären Vertrag in Dublin unterschrieben und sich, für sage und schreibe, 9.000  Jahre die St. Jame´s Gate Brewery gepachtet hat.

Ich war unter den Feiernden wohl einer der wenigen Biertrinker, die es aber alkoholfrei bevorzugen, denn die Radeberger Gruppe bietet in Deutschland leider noch kein GUINNESS 0,00 an. So war ich mit meinem hellleuchtenden Glas Clausthaler auffällig, wenn da überall das samtweiche Braun aus den Biergläsern mit den cremigen Schaumkronen Appetit machte. Eigentlich ist ja im deutschen Verständnis von Bier-Reinheit GUINNESS gar kein Bier – es ist Stout, ein globales Bier, mit einem unverkennbaren Reiz aller auf Bier reagierenden Geschmacksknospen der Zunge, mit dem samtigen, von geröstetem Malz stammenden Braun  und mit  einer Brandung, die jedes einzelne Glas krönt. Auch ein Unterschied zu deutschen Bieren: das Guinness rinnt mit  dem Druck von 70 % Stickstoff und 30 % Kohlensäure in die Gläser, und der Schaum heißt nicht wie bei uns KRONE, sondern ist eben eine BRANDUNG.

Von Anfang an war, wie der Berliner zu sagen pflegt: eine Bombenstimmung. Und das schon um kurz nach Fünf, als ich in der Schöneweider Wilhelminenhofstraße im Pub landete. Die Berliner Folkband CLOVER heizte  kräftig mit irischer Folkmusic ein, und „Kalle“ Kalenberg sorgte mit Witz und echtem „Pub-Charme“  für die besondere Kommunikation und für die gemäße Guinness-Atmosphäre.

254 Jahre also gibt´s schon dieses berühmte Guinness, und wenn der Pachtvertrag von dem damals 34-jährigen Arthur Guinness für 9.000 Jahre geschlossen worden ist, heißt das, dass wir bis ins Jahr 10759  Guinness genießen dürfen. Wirklich ein triftiger Grund, alljährlich zu feiern.

Waren es zum 250-jährigen Jubiläum nur ein paar Pubs, in denen an Arthurs Pachtvertrags erinnert wurde, so waren es  2012 weltweit schon 686 Pubs, und 2013 wurde nun in  55 Ländern der  ARTHUR´S DAY begangen. Von Anbeginn auch ein Tag mit viel Musik. 2012 hatte der Pub in Koblenz das Glück, in der Verlosung einen exklusiven Tag mit der deutschen Band REVOLVERHELDEN zu bekommen.

Jetzt war es der DOUBLE INN, der durch ein Facebook-Voting das Live-Konzert mit dem bekannten Pop-Duo „Mrs. Greenbird“ gewonnen hat.

DOUBLE INN gibt´s erst seit 2007 – entstand quasi wie „Phoenix aus der Asche“. Bianca Tews  hatte mit ihrem Mann den Mut, in der Nachbarschaft der SPREEHÖFE einen gemütlichen Pub einzurichten. Mit einem Wahnsinns-Aufwand; denn dort, wo in der versunkenen deutschen Republik die Kantine vom BMHW ( der volkseigene Betrieb VEB Berliner Metallhütten und Halbzeugwerke) stand, war in den 90er Jahren erst eine Kneipe, und dann gab´s den damals üblichen Leerstand.

Sie – eine Verfahrenstechnikerin, er – Fleischer von Beruf – packten an, Verpächter und Bank vertrauten den beiden, und nun sind sie schon im siebenten Jahr dort – erfolgreich und mit viel Spaß an der Arbeit. Es ist ihre Auszeichnung, 2013 mit ihrem Pub zu denjenigen in 55 Ländern zu gehören, die für die Feiern zum ARTHUR´S DAY ausgewählt worden sind.

Mehr als 400 Fans erlebten ein Live-Konzert des erfolgreichen Pop-Duos „Mrs. Greenbird“ und wie wir von Jörn Goertz, dem Marketingmann  für GUINNNES bei der Radeberger Gruppe, hörten, ist „Mrs. Greenbird“ der ideale Markenbotschafter für dieses ursprünglich aus Irland stammende Guinness.

Was nun ab heute alle, die die Berliner Lokalnachrichten lesen, wissen, ist, dass diese stimmungsvollen, weltweit gefeierten Parties an das soziale Engagement von Arthur Guinness erinnern sollen. Es gibt einen Arthur Guinness Fund, der 2009 ins Leben gerufen wurde, und mit ihm werden Menschen unterstützt, die sich für die Gemeinschaft und das Gemeinwohl einsetzen.

Mein Fazit: Da schwankt einer, Stout im Double Inn genossen, die Wilhelminenhofstraße entlang, kommt nach Hause und kann sagen: „Psssst – nich böse sein – et war jut bei Bianca und Andy – icke habe fürs Jemeinwohl mal was jejen den Durscht auf der Welt jetan.“

Und wenn dann jemand fragt, warum überall auf der Welt der ARTHUR GUINNESS DAY genau um 5.59 „o´clock p.m.“  beginnt, erfährt er/sie es hier aus den Berliner Lokalnachrichten: Mit Arthur fing´s 1759 an.

Kanter

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