Winterreise nach Venedig

Blick auf den Canale Grande

Die Stadt der Verliebten bietet auch im Winter alles was einen romantischen Kurzurlaub unvergesslich macht.

Casanova, ihr wohl berühmtester Sohn, nannte Venedig die Stadt der Vergnügungen und Zerstreuungen; hier brach er unzählige Frauenherzen und begründete den Ruf Venedigs als romantischster Ort Europas, wenn nicht der Welt.

Auch heute genießt man die unbeschreibliche Atmosphäre in dieser von Menschenhand gegen alle Gesetze der Natur geschaffenen Stadt auf dem Wasser. Während die Holzpfähle auf denen die Lagunenstadt errichtet ist im Sommer unter dem Gewicht der Touristenschwärme ächzen, kann man Venedig in den Wintermonaten in Ruhe genießen. Man kann ungestört mit seinem Schatz über den Markusplatz schlendern oder sich auf der Rialto Brücke an der Aussicht erfreuen.

Gondelfahrten sind romantisch aber sehr teuer, für eine gute halbe Stunde zahlt man zwischen 80 und 100 Euro. Eine günstigere Variante Venedig vom Wasser aus zu erkunden bieten die Vaporettos, Linienbote die den Canale Grande rauf und runter schippern. Will man sich vom Trubel der Stadt einmal erholen, lohnt sich unbedingt auch ein Ausflug zu einer der kleineren Inseln, die mit dem Vaporetto ebenfalls günstig in wenigen Minuten zu erreichen sind. Auf Murano beispielsweise kann man das traditionelle Kunsthandwerk der Glasbläserei bestaunen. Wer sich eine kurze Fahrt mit der Gondel dennoch nicht nehmen lassen will, dem sei empfohlen einmal den Fährservice Traghetto in Anspruch zu nehmen. Für nur einen Euro setzen Gondolieries ihre Kunden vom einen ans andere Ufer des Canale Grande über, der auf der gesamten Länge der Stadt nur von vier Brücken überspannt ist.

Viele der eleganten Paläste entlang des Canale Grande sind heute Hotels, wie etwa das Hotel Principe, in dessen liebevoll im venezianischen Stil eingerichteten Zimmern man den Glanz vergangener Zeiten genießt ohne auf modernen Luxus verzichten zu müssen. Auch für Touristen mit schmalerem Geldbeutel finden sich Perlen direkt am Kanal, wie zum Beispiel das Hotel Antiche Figure, das nicht nur durch seine gemütliche, romantische Atmosphäre besticht, sondern auch durch seine ideale Lage – der Stadtteil Santa Croce ist ein Wohngebiet etwas ab des Touristenrummels, alle Sehenswürdigkeiten sind dennoch in wenigen Gehminuten zu erreichen. Ohnehin bieten in der Nebensaison ab November viele Hotels Ermäßigungen zwischen 10 und 20%. Es lohnt sich zu vergleichen.

Zwar geht die mittlerweile alljährlich stattfindende Biennale, eine der größten internationalen Messen zeitgenössischer Kunst gerade zu ende, doch bietet Venedig dem Kunstliebhaber auch im Winter allerhand.

Bei einem Bummel durch die Stadt beispielsweise sollte man auf keinen Fall versäumen in die eine oder andere der bereits von außen architektonisch imposanten Kirchen einen Blick zu riskieren. Es finden sich nicht nur kunstvolle venezianisch byzantinische Boden- und Fenstermosaike, sondern auch Wand- und Deckengemälde der berühmtesten italienischen Renaissancemaler wie Tizian, Giordano, Bellini und Giorgione. Auf dem Festland unweit Venedigs, in Castelfranco, wird ab dem 12. Dezember 2009  anlässlich seines 500. Todestages letzterem eingenwilligen Renaissancekünstler eine umfangreiche Ausstellung gewidmet, die die wenigen verbliebenen Giorgione zugeschriebenen Werke aus Museen und Galerien aller Welt zusammenträgt – eine einmalige Gelegenheit zur Werkschau, die sich Liebhaber  der vollendeten Renaissancemalerei nicht entgehen lassen sollten.

Neigt sich ein ereignisreicher Tag in Venedig dann dem Ende zu, will für das leibliche Wohl gesorgt sein. Zugegeben, die Restaurants der Lagunenstadt sind recht teuer, aber in den kleineren Gassen etwas abseits der Touristenattraktionen findet man günstigere Pizzerien, Trattorien und die typisch venezianischen Bácari, benannt nach dem Weingott Bacchus. In diesen Bars kann man nicht nur für kleines Geld und Seite an Seite mit den Einheimischen diverse italienische Weine probieren, sie entpuppen sich auch als kleine kulinarische Paradiese. Cicchetti nennen die Venezianer die traditionell gereichten köstlichen Happen, zum Beispiel kleine Brotscheiben belegt mit Gemüse, aromatischen Käse- Oliven- und Fischcremes, Meeresfrüchte, dazu Oliven, Kapern und natürlich Salami oder Schinken.

Ein Besuch des auch im Winter klimatisch milden romantischen Venedigs sei allen Freunden des dolce vita wärmstens empfohlen. Aber Vorsicht liebe Männer; keine Frau kehrt aus Venedig zurück ohne sich mit Schmuck aus den typisch Venezianischen Glasperlen behängt zu haben.

Weitere Informationen siehe www.giorgione2010.it und www.enit-italia.de

Text und Foto S. Balke

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