Sie waren noch niemals in New York?

Skyline von New York mit One World Trade Center in Bau

Dann wird es Zeit! Dass es für eine Reise  nach New York nie zu spät ist, bewies der Seniorchef der Berliner Lokalnachrichten, Manfred Gütte, anlässlich seines 70. Geburtstags. Gemeinsam mit dem Berliner Redaktionsteam eroberte er in nur vier Tagen ganz Manhattan zu Fuß.

Natürlich bietet die Stadt, die niemals schläft, viel mehr, als man in einem Kurzurlaub bewältigen kann, nehmen wir nur das kulturelle Angebot – allein im Moma, oder im Metropolitan Museum of Art müsste man jeweils mindestens einen ganzen Tag verbringen, aber man kann sich doch einen Eindruck verschaffen und die einzigartige Atmosphäre der Stadt, ihren Rhythmus und ihre Energie in sich aufsaugen.

Dank Direktflug von Berlin mit günstigen Flugzeiten erreichten wir am frühen Montagabend unser Hotel in Midtown. Bei einem kleinen Orientierungsspaziergang stellten wir fest, dass es sehr leicht ist, sich in Manhattan zurechtzufinden, und dass wir mit dem Empire State Building, dem Flatiron Building und dem Broadway im Theater District einige Sehenswürdigkeiten innerhalb weniger Minuten erreichen konnten. New York City ist die einzige amerikanische Fußgängerstadt, übersichtlich gerastert und nummeriert. Jedes Mal wenn wir um eine Ecke bogen, wollten wir vor Staunen beim Anblick der imposanten architektonischen Meisterwerke, monumentaler Wolkenkratzer, einer spektakulärer als der andere, erstarren. Das ist Egomanie in Stahl gegossen. Doch im Trubel wurden wir weitergeschubst. Gemütliches Flanieren in den Straßen Manhattans ist unmöglich, man muss sich dem Tempo der Stadt anpassen, es herrscht raslose, hektische Betriebsamkeit. Morgens noch in Berlin und schon standen wir mitten auf dem blinkenden, glitzerneden, lauten, schnellen, hell erleuchteten und einfach typisch amerikanischen Times Square – Wahnsinn fanden wir. Zur Stärkung ließen wir uns dann auch direkt am Platze im Hard Rock Café nieder und labten uns an Hamburger, Steak und dünnem Bier.

Dem Tipp einer Freundin folgend, die einst in New York Medizin studierte, fuhren wir am nächsten Morgen mit der U-Bahn nach Brooklyn, um über die berühmte Brücke, deren oberstes Deck als Fußgängerpromenade angelegt wurde, mit Blick auf Freiheitsstatue und Skyline nach Downtown zu laufen. Wirklich ein toller Anblick und der richtige Ausgangspunkt für die Erkundung Manhattans von der Südspitze aus, leider hatten wir etwas Pech mit dem Wetter. Das touristische Highlight Downtowns, neben Wall Street und Börse, ist natürlich der Freedom Tower des neuen One World Trade Centers, die Bauarbeiten schreiten in rasendem Tempo voran, 32 000 Arbeiter schuften hier täglich und seit einigen Wochen ist er wieder das höchste Gebäude Manhattans, für uns blieb die Spitze an diesem Tag aber in den Wolken verborgen.

Am darauf folgenden Mittwoch und Donnerstag eroberten wir die Stadt systematisch zu Fuß. Wir erliefen uns China Town, Little Italy, SoHo, Chelsea und Greenwich Village, Midtown, Uptown und den Central Park und wir folgten dem Broadway von der Spitze Manhattans bis ganz in den Norden nach Harlem und stellten fest: New York hat viele Gesichter. Jede Einwanderergruppe trägt zur Vielfalt bei, bewahrt sich aber auch eindrucksvoll ihre kulturellen Eigenheiten. Auch wenn einige Reiseführer noch immer abraten, sollte man sich Harlem keinesfalls entgehen lassen, in den letzten Jahren hat sich hier viel getan. Das Trendviertel pulsiert und jazzt, rund um das berühmte Apollo Theatre tobt das kulturelle Leben. Überhaupt ist New York die mit Abstand sicherste amerikanische Großstadt. Man sollte sich in Menschenmengen, wie überall auf der Welt, vor Taschendieben in Acht nehmen und im Dunkeln einsame Gegenden und insbesondere die großen Parks meiden.

Bei der Reiseplanung haben wir auf diverse Reiseführer zurückgegriffen und festgestellt, dass man darauf achten sollte, dass der Fokus den eigenen Interessen entspricht, der Bunte Travel Guide ist beispielsweise sehr auf Shopping Weekender ausgerichtet und die Hotel- und Restauranttipps im Marco Polo erfordern eine recht prall gefüllte Reisekasse. Toll fanden wir die Polyglott City Box New York, die auf handlichen, einzeln herausnehmbaren Karten verschiedene Spaziergänge vorschlägt. Auf jeden Fall ist darauf zu achten, dass der Reiseführer ganz aktuell ist, New York verändert sich rasend schnell und wo gestern noch eine No-Go-Area war, spaziert man heute über die neuste touristisch Attraktion der Stadt, die Highline. Es handelt sich um eine alte Hochbahnstrecke entlang der Piers des Hudson River. Landschaftsarchitekten haben die seit Jahrzehnten stillgelegte Trasse bepflanzt und renoviert und aus ihr einen 2,5 km langen und 10 Meter hoch gelegenen Park gemacht. Apropos Sightseeing, es gibt viel zu sehen und die Eintrittsgelder summieren sich schnell. Eine prima Möglichkeit zum Sparen bietet der New York City Pass, erhältlich über Ihren Reiseanbieter und vor Ort in allen Touristeninformationen, in dem der Eintritt für die wichtigsten Attraktionen mit einer Ermäßigung von insgesamt rund 50 % enthalten ist: Die Aussichtsplattformen vom Empire State Building und dem Rockefeller Center (beides lohnt sich, unser Tipp: eines bei Tag und eines bei Dunkelheit), eine Bootsfahrt um die Südspitze Manhattans, vorbei an der Freiheitsstatue, mit der Circle Line und der Eintritt zu den wichtigsten Museen: dem American Museum of Natural History, dem Guggenheim, dem MOMA und dem Metropolitan Museum of Art. Aber lassen Sie sich von den Werbeslogans nicht täuschen, Zeit zum Anstehen muss man trotzdem überall mitbringen.

Attraktionen, Verpflegung und Unterkunft gibt es also für jeden Geldbeutel. Am besten wendet man sich an einen der vielen Reiseanbieter in Deutschland, die sich auf Reisen in die USA und solche Städtetrips wie unseren spezialisiert haben. Wir waren sehr zufrieden mit dem Service von Adeo Reisen. Die Mitarbeiter kennen die Hotels vor Ort und die Geografie der Stadt. Sie finden für jeden das richtige Domizil und stehen mit Rat und Tat zur Seite, damit man sich von der großen Stadt der blendenden Lichter nicht erschlagen fühlt.

Doch auch bei tadelloser Planung, Vorbereitung und Beherzigung aller guten Tipps, Eines stellen wir klar – ein New York Aufenthalt ist anstrengend. Für erholsamen Schlaf in Manhattan braucht man Ohropax, doch Dank der stundenlangen Lauferei hatten wir stets die nötige Bettschwere, um Straßenlärm und Jetlag zu trotzen. Nach nur vier Tagen ging es dann für uns zurück nach Berlin und trotz schmerzender Füße sind wir uns einig: Es hat sich gelohnt! Man muss sie erlebt haben, die Stadt der Träume, man fühlt sich in ihr ganz klein und gleichzeitig ganz groß.             S.Balke

 

Weitere Informationen: www.nycgo.com, www.newyork-reisen.de

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