Goldener Herbst im Münsterland

Berlin macht einem den Abschied vom Sommer schwer. Vorbei sind die Zeiten, in denen die Parks und Cafés von fröhlichen Menschen wimmelten. Kalt und nass ist die Stadt eher trist. Ich schlage daher vor, den Herbst dort zu begrüßen, wo er Spaß macht – in der Natur. Vergangenes Wochenende habe ich einen Ausflug ins Münsterland unternommen und war von der Vielfalt und Schönheit der Region beeindruckt.

Zunächst ist das Münsterland eine der berühmtesten Pferderegionen Deutschlands. Sie bietet alles was das Pferdenarrenherz begehrt. Man kann unzählige Reiterhöfe und Gestüte besuchen und vom Rücken eines Pferdes aus die Gegend besonders romantisch erkunden. Wer sich nicht traut, kann eine Kutschfahrt wählen oder ein Pferderennen besuchen. Auf keinen Fall sollte man sich die geführte Besichtigung des NRW Landesgestüts in Warendorf entgehen lassen. Warendorf hat außerdem einen bezaubernden historischen Ortskern. Auch der nahe gelegene Wallfahrtsort Telgte ist einen Besuch wert. Man kann die Pilgerkirche besichtigen und über den malerischen Marktplatz  schlendern.
Das wirklich Einmalige am Münsterland ist aber unbestritten die wunderschöne Landschaft und Umgebung, in die sich die historischen Ortschaften sanft einfügen. Gepflegte Wälder, Wiesen und Weiden sowie viele Parks und Gärten laden zum flanieren durch den Herbstzauber ein, so zum Beispiel der 40.000 qm große Naturerlebnispark in Ibbenbühren-Dörenthe, ein lehrreiches und entspannendes Erlebnis für groß und klein, die Parklandschaft Ennigerloh mit Schloss Vornholz, oder der Park ums „westfälische Versailles“ Schloss Nordkirchen.
Überhaupt fasziniert den Besucher die Dichte an Schlössern, Burgen und Gutshöfen im Münsterland. Einige von ihnen beherbergen heute Hotels, wie das Parkhotel Schloss Hohenfeld bei Münster, das Hotel Jagdschlösschen in Aschberg oder das Parkhotel Wasserburg Anholt in Isselburg, in denen gekonnt historische Atmosphäre mit modernem Luxus verbunden wird.
Die Schlösser und Burgen des Münsterlands lassen sich am Besten mit dem Rad erkunden. Mit der 100 Schlösser Route verfügt die Region über einen der bestausgebauten und ADFC prämierten Radwanderwege Deutschlands, abseits der verkehrsreichen Strassen führt er durch die malerischen Parklandschaften von Schloss zu Schloss.
Besonders gut hat mir persönlich die Wasserburg Vischering bei Lüdinghausen gefallen, in der man sich mühelos ins Mittelalter zurückversetzt fühlt. Sie ist unter den vielen Wasserburgen eine der ältesten und besterhaltenen.
Ein Höhepunkt der anderen Art ist die Besichtigung Münsters selbst mit dem Rad. Man traut seinen Augen nicht angesichts der Fahrradmassen in der Innenstadt. Der übrige Verkehr muss sich unterordnen, da kommen Berliner ins Staunen. Übrigens kann man sich Fahrräder natürlich auch vor Ort leihen.
Also, egal ob man reitet, wandert, spaziert oder Rad fährt, das Münsterland ist eine Reise wert. Mein Wochenende war freilich viel zu kurz um die Region gebührend zu erkunden, aber ich kann sagen: hier kann man getrost die Herbstferien verbringen.

Text und Foto: Susanne Balke

Ausführliches Informationsmaterial zu Radtouren, Reiterferien, den Schlössern und Burgen sowie Unterkünften kann man kostenlos unter www.muensterland-tourismus.de anfordern.

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