Neujahrsbräuche: Von bösen Geistern, roter Unterwäsche und guten Wünschen

Neues Jahr, neues Glück. Rund um den Globus wird Ende Dezember das neue Jahr begrüßt. Mal früher, mal später. In Neuseeland knallen bereits am 31. Dezember mitteleuropäische Zeit die Sektkorken. Da fangen deutsche Gastgeber gerade erst an, die Zutaten für das traditionelle Fondue zu schnippeln. Auch kleine Glückbringer aus Marzipan und ein großes Feuerwerk gehören hierzulande zu den beliebtesten Bräuchen zu Silvester – wenn nicht die Corona-Pandemie dem einen Riegel vorschiebt.

Und was wäre der deutsche Silvesterabend ohne „Diner for One“. Doch wie halten es andere Länder mit den Festlichkeiten zum Jahreswechsel? Simon Dominitz, Country Manager Deutschland bei EF Education First: „Wenn unsere Sprachschülerinnen und -schüler von ihrem Auslandsaufenthalt zurückkommen, berichten sie häufig begeistert von den Ritualen aus ihrem Gastland. Vor allem in den asiatischen Regionen hat der Neujahrstag eine große Bedeutung und wird oft tagelang gefeiert. Aber auch aus Europa hören wir von interessanten und bisweilen sehr witzigen Bräuchen.“

EF Education First stellt sieben Neujahrsbräuche aus der ganzen Welt vor.

Spanien: Zwölf Wünsche hast du frei

Wenn um Mitternacht die zwölf Schläge der Turmuhr auf dem Platz Puerta del Sol in Madrid erschallen, ist landesweit fast ganz Spanien per TV-Übertragung dabei. Es lohnt sich: Wer pro Glockenschlag eine Weintraube verspeist, hat für jede Traube einen Wunsch frei. Für betagte Senioren gibt es in einigen Gegenden die Trauben schon um zwölf Uhr mittags, damit die älteren Herrschaften nicht so lange wach bleiben müssen.

Australien: Jahreswechsel in der Badehose

Silvester im Hochsommer – das gibts nur am anderen Ende der Welt. Wer kennt dieses Bild nicht? 24 Stunden früher als in Mitteleuropa feiern alljährlich rund 1,5 Millionen Menschen live an der imposanten Oper im Hafen von Sydney um Mitternacht das mit exakt zwölf Minuten längste Feuerwerk der Welt. Der Rest lässt es sich im Fernsehen nicht entgehen. Jede Minute steht für einen Monat des Vorjahres und dafür, die vergangene Zeit hinter sich zu lassen. Böllern ist übrigens wegen der hohen Temperaturen und der damit verbundenen Brandgefahr in Australien verboten.

USA: Der Müll bleibt im Haus

„Nothing goes out“ heißt es in den USA zum Jahreswechsel. Der Brauch besagt, dass es Unglück bringt, Dinge aus dem Haus zu entfernen, bevor das neue Jahr startet. Das geht so weit, dass Amerikaner nicht einmal den Müll vor die Tür stellen – ein Grund, warum die Straßen am 31. Dezember in den USA picobello sauber sind. Gegessen werden in den USA zu Silvester gern Linsen. Weil sie an Münzen erinnern, sollen sie einen reichen Geldsegen versprechen. Und zum Ausklang des Jahres ertönt aus vielen Häusern das schottische „Lied Auld Lang Syne“, in Deutschland bekannt als „Nehmt Abschied Brüder“. Gesungen wird es zum Andenken an die Verstorbenen.

Italien: Rote Hosen statt rote Rosen

Ohne rote Unterwäsche geht in Italien zum Jahreswechsel gar nichts. Sie in der Neujahrsnacht zu tragen, ist ein absolutes Muss. Wer im nächsten Jahr glücklich und erfolgreich sein will, darf sich die Wäsche allerdings nicht selbst kaufen, sondern muss sie geschenkt bekommen – und leider am 1. Januar wieder wegwerfen, sonst wirkt der Zauber nicht. Um Glück in finanzieller Hinsicht hinauf zu beschwören, vertrauen die Italiener wie die Amerikaner zu Neujahr auf Linsen, traditionell in der Kombination mit Schweinshaxe.

China: Neujahr feiern ohne Ende

Das chinesische Neujahrsfest ist nicht zu toppen. Der wichtigste Feiertag im Kalender des Landes wird 15 Tage lang gefeiert. Millionen von Chinesen reisen vor dem Neujahrsfest quer durch das ganze Land, um gemeinsam mit der Familie zu feiern – Verkehrschaos garantiert! Das genaue Datum bestimmt der zwölfmonatigen Mondkalender. 2022 startet das Jahr des Tigers am 1. Februar und endet am 21. Januar 2023. Meere aus Laternen und Lichterketten, traditionelle Drachenparaden, gigantische Feuerwerke sowie Unmengen guten Essens zeichnen dieses riesige Fest im Land des Lächelns aus.

Japan: Bohnern für die Götter

Kein Neujahr ohne Grußkarte. Die japanische Post wird vor dem Jahreswechsel mit Briefsendungen überflutet. Japaner danken gern allen Menschen, mit denen sie im vergangenen Jahr beruflich wie privat zu tun hatten. Genauso wichtig ist der Neujahrsputz, der seit Jahrhunderten zur ultimativen Vorbereitung auf das japanische Neujahr gehört. Ist das Haus sauber, kann den Göttern mit einem Gesteck aus Bambusrohren und Mochi-Reiskuchen gehuldigt werden. Im Familienkreis lauscht man schließlich um Mitternacht den 108 Glockenschlägen des buddhistischen Tempels – für jede weltliche Begierde einer, damit alle Menschen frei von Sünde und Leid ins neue Jahr starten können.

Südkorea: Und immer immer wieder geht die Sonne auf

Alle Koreaner werden am 1. Januar ein Jahr älter. In Korea wird das Alter eines Menschen anders berechnet als in Deutschland. Jeder ist ab dem Zeitpunkt seiner Geburt bereits ein Jahr alt, weil die neun Monate im Mutterleib als erstes Lebensjahr angesehen werden. Gemeinsam betrachten viele um ein Jahr ältere Koreaner auch den ersten Sonnenaufgang des neuen Jahres und formulieren dabei Wünsche. Den Sonnenuntergang am letzten Tag des Jahres nutzen viele, um über das vergangene Jahr nachzudenken. Koreaner lassen im Kreise ihrer Liebsten das alte Jahr um Mitternacht gern mit der Glockenzeremonie ausklingen. Die Bosingak-Glocke in Seoul läutet seit 1953 das neue Jahr ein – die Zeremonie wird im ganzen Land live übertragen.

Wer Neujahr nach Abflachen der Corona-Pandemie gerne einmal an einem anderen Ort auf der Welt verbringen und seine Sprachkenntnisse erweitern möchte, findet auf www.ef.de/sprachreisen weitere Informationen.

Über EF Education First

EF Education First ist ein internationales Bildungsunternehmen für Sprach- und Bildungsreisen, internationale akademische Abschlüsse und Kulturaustausch. Seit 1969 ist das Unternehmen in Deutschland ansässig und hat seinen größten Standort in Düsseldorf. Mit dem Ziel, die Welt durch Bildung zugänglich zu machen, wurde EF ursprünglich als „Europeiska Ferieskolan“ (dt.: Europäische Ferienschule) 1965 vom Schweden Bertil Hult gegründet.

1990 wurde die Abkürzung EF in Education First geändert, um die Globalität des Unternehmens zu verdeutlichen. Heute betreibt EF 580 Schulen und Büros in mehr als 50 Ländern auf der ganzen Welt, um Schülerinnen und Schülern, Studierenden und Erwachsenen dabei zu helfen, ihre Sprachziele im Ausland zu verwirklichen. Weitere Informationen über EF gibt es auf www.ef.de/pg.

Bildnachweis: ©EF Education First

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