Erstes Bau-Turbo-Projekt in Pankow: Pläne für neues Wohnquartier an der Eldenaer Straße vorgestellt

Für das Grundstück Eldenaer Straße 42–44 in Pankow wird derzeit eine städtebauliche Entwicklung vorbereitet. Anstelle des vollversiegelten Parkplatzes soll ein gemischt genutztes Wohnquartier mit öffentlichen Freiräumen entstehen. Bauherr ist ARGO Properties N. V. mit Christoph Meyer (CM Realty GmbH) als Bauherrenvertreter in Berlin. Als Architekten wurden Dominik Krohm und Konstantin Linnartz vom Berliner Büro Klaus Theo Brenner – Stadtarchitektur beauftragt. Stadtplaner für das Projekt ist Wolf Uwe Rilke.

Die Pläne wurden heute im Stadtplanungsausschuss der BVV Pankow öffentlich vorgestellt. Es ist das erste Projekt in Pankow, das nach dem vereinfachten Verfahren des sogenannten „Bau-Turbo“ genehmigt werden soll. In zwei Neubauten wird überwiegend Wohnraum entstehen. Abhängig vom späteren Wohnungsmix sind ca. 300 neue Wohnungen geplant. 30 Prozent davon sollen mietpreisgebunden gemäß dem Berliner Modell angeboten werden. In den Erdgeschosszonen und benachbarten Bestandsgebäuden sind ergänzend kleinteiliges Gewerbe, Einzelhandel sowie Gastronomie vorgesehen.

Teil des Konzepts ist die Einbindung der denkmalgeschützten historischen Hammelställe sowie der ehemaligen Verwaltungsvilla als identitätsstiftende Elemente. Die Flächen zwischen den Gebäuden werden entsiegelt und als begrünte Höfe gestaltet. Sie tragen zur Verbesserung des Stadtklimas bei und bieten den Bewohnerinnen und Bewohnern unterschiedliche Aufenthaltsmöglichkeiten. Zentrale Elemente der Planung sind ein neuer Stadtplatz sowie ein Café an der Westseite. Sie dienen als Begegnungsraum im Quartier und stärken die Sichtbeziehungen zu den denkmalgeschützten Hammelställen, der ehemaligen Verwaltungsvilla und dem Blankensteinpark. Parkplätze sind in einer Tiefgarage vorgesehen.

Pankows Stadtrat für Stadtentwicklung Cornelius Bechtler begrüßt die jetzt vorgestellten Pläne: „Mit dem Neubau entsteht in Pankow dringend benötigter Wohnraum, davon 30 Prozent zu sozialverträglichen Mieten. In einer sehr gut erschlossenen, zentralen Lage in unmittelbarer Nähe des Blankensteinparks und Forckenbeckplatzes entsteht ein urbaner Ort mit Lebensqualität. Ich freue mich insbesondere über den hohen Grünanteil in der Planung und darüber, dass die denkmalgeschützten ehemaligen Hammelställe durch diese Entwicklung zusätzlich aufgewertet werden.“

Bauherrenvertreter Christoph Meyer von CM Realty ergänzt: „Die beiden Wohnhäuser schließen auf intelligente Weise eine Lücke im Stadtbild. Der heutige Parkplatz wird sich in ein gemischt genutztes Quartier mit hohem Grünanteil wandeln. Mit der Architektur greifen wir die unterschiedlichen Strukturen der Umgebung auf und schaffen zwischen ihnen eine logische Verbindung. Das neue Quartier wird die Attraktivität der Nachbarschaft und das Mikroklima positiv verändern.“

Das Grundstück liegt zwischen zwei sehr unterschiedlich geprägten Stadträumen. Im Norden befinden sich die Relikte des ehemaligen Schlachthofareals mit gewerblich genutzten Hallen sowie eine neu entstandene Reihenhaussiedlung. Im Süden grenzt eine klassische Blockrandbebauung aus der Gründerzeit an. Die Planung sieht vor, diese Strukturen räumlich miteinander zu verbinden. Der bisher wenig gefasste Zwischenraum soll mit einem klar gegliederten und in der Höhe gestaffelten Stadtbaustein aufgewertet werden. Die Architektur orientiert sich an der Typologie der Berliner Gründerzeit. Eine vorhergehende Idee, auf dem Grundstück zwei Zwillingshochhäuser zu errichten, wird vom Eigentümer nicht weiterverfolgt.

Derzeit finden weitere Abstimmungen zwischen dem Vorhabenträger und der Bezirksverwaltung statt. Mit einer Baugenehmigung wird frühestens im Jahr 2027 gerechnet.

Bilder: Klaus Theo Brenner – Stadtarchitektur

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