Altes Riesenrad vom Spreepark: Generalüberholtes Radkranz wird getestet

Nach der Rückkehr des generalüberholten Riesenrads erfolgt eine erste Teilabnahme durch den TÜV Süd. Die Sicherheitsexperten prüfen dabei den 45 Meter hohen Radkranz auf sicherheitsrelevante Funktionen. Für die Tests kommen ausgewählte Gondeln zum Einsatz – darunter verbliebene alte Modelle sowie eine neue Mustergondel.

Die Sanierung und künstlerische Transformation des 35 Jahre alten Riesenrads geht auf einen zentralen Wunsch aus der langjährigen Bürgerbeteiligung zurück. Sie steht exemplarisch für das Konzept des neuen Spreeparks: Bestehendes bewahren, nachhaltig weiterentwickeln und gestalterisch neu interpretieren. Auch das Englische Dorf und das Amphitheater entstehen in diesem Sinne. Mit dem erfolgreichen Wiederaufbau des ikonischen Fahrgeschäfts rückt die Eröffnung des Spreeparks im Frühjahr 2027 ein großes Stück näher.

Noch vor der vollständigen Fertigstellung des Riesenrads erfolgt die erste Teilabnahme des 45 Meter hohen Wahrzeichens im Spreepark. Dabei wird das montierte Rad zunächst auf seine Laufruhe und die korrekte Ausrichtung geprüft. Anschließend werden einzelne Gondeln angebracht – darunter eine Mustergondel für die spätere Serienfertigung sowie zehn nicht mehr einsetzbare historische Gondeln. Die Gondeln werden zur Simulation von Fahrgästen mit Gewichten belastet, um die Tragfähigkeit und die Stabilität der Aufhängungen zu testen. Zusätzlich werden die Brems- und Antriebssysteme kontrolliert, um sicherzustellen, dass alle sicherheitsrelevanten Funktionen unter realistischen Bedingungen einwandfrei arbeiten. Ziel dieser frühen Prüfung ist es, mögliche Schwachstellen rechtzeitig zu erkennen und spätere Umbauten zu vermeiden.

Das ist nicht die erste Kontrolle der wiederverwendeten Teile: Seit dem Abbau 2021 unterzieht sich das Riesenrad einem fortlaufenden Prüfprozess des TÜV Süd für einen sicheren und nachhaltigen Wiedereinsatz im Rahmen der Transformation. So wurden bereits in der Sanierungsphase alle wieder verbauten Originalteile geprüft – einschließlich der Qualität der Schweißnähte, der präzisen Einhaltung der vorgesehenen Maße sowie der vollständigen Dokumentation. So ist gewährleistet, dass die Konstruktion den hohen Sicherheitsanforderungen entspricht.

Das neue, alte Riesenrad

Das neue Riesenrad wird nicht wie früher in der Mitte des Wasserbeckens verankert, sondern schwebt künftig über dem Wasser. Möglich macht dies eine innovative Konstruktion aus Stützen und Spannseilen am Rand des künftig kreisrunden Beckens. Das Rad scheint dadurch über der Wasserfläche zu schweben und eröffnet den Gästen am höchsten Punkt einen Rundumblick aus 45 Metern Höhe. Die Gestaltung der Anlage greift Elemente der historischen Riesenräder von 1969 und 1989 auf und interpretiert sie neu – ein Hybrid, der die Aspekte des alten und des neuen Parks miteinander verbindet. Ein zentrales Ziel war die Wiederverwendung von rund 90 Tonnen Stahl aus dem früheren Riesenrad. Diese Maßnahme spart gegenüber einem vollständigen Neubau etwa 200 Tonnen CO₂ ein.

Nachdem die Stahlkonstruktion des Riesenrads aufgebaut und die erste Teilabnahme abgeschlossen wurde, folgen Schritt für Schritt die weiteren Arbeiten. Noch in diesem Jahr wird die Ein- und Ausstiegsplattform montiert. Anfang 2026 beginnt die Produktion der neuen Gondeln, die dann im Herbst 2026 in den Radkranz eingehängt werden sollen. Abschließend erfolgt die Prüfung aller sicherheitsrelevanten Systeme und die Endabnahme, so dass das Rad zur Eröffnung vollständig einsatzbereit ist.

Falls Sie sich fragen, warum die Steuern- und Abgabenlast in Deutschland zu den weltweit höchsten gehört und erdrückende Dimensionen angenommen hat: Die aufwändige Sanierung und Neugestaltung des Spreeparks inkl. Riesenrad und Wasserbecken wird aus Steuern bzw. Schulden bezahlt.  

Bild: ©Manuel Frauendorf

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