Umweltplakette für Berliner Reederei

Lutz Freise

Freiwillig und auf eigene Kosten hat die Reederei Riedel Dieselpartikelfilter in ihr Ausflugsschiff „Spree-Diamant“ eingebaut und wurde dafür mit der Umweltplakette ausgezeichnet.

Damit können bis zu 99% des schädlichen Dieselrußes aus den gefilterten Abgasen der Motoren vermieden werden. Die Idee durch eine vom BUND entworfene Feinstaubplakette, die freiwillige Nachrüstung des Schiffes zu würdigen, stieß auf breite Zustimmung. Neben dem Geschäftsführer des BUND Berlin, Tilmann Heuser, nahmen Martin Lutz von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt sowie die Schiffseigner Lutz und Stefan Freise an der Enthüllung teil.

Bislang sind nur einige wenige Binnenschiffe in Deutschland mit Dieselpartikelfiltern ausgestattet. Deshalb ist der Schritt, die „Spree-Diamant“ in Eigenengagement mit einem Rußfilter nachzurüsten, gar nicht hoch genug zu bewerten.

Tilmann Heuser, Geschäftsführer des BUND Berlin: „Solch hohe Kosten für die Nachrüstung eines Dieselpartikelfilters auf sich zu nehmen, ohne dadurch einen messbaren Vorteil zu haben, das bedarf schon einer Portion Idealismus.“ Da dieses Engagement aber leider die Ausnahme und nicht die Regel sei, forderte Heuser die Politik auf, die Idee mit der Kennzeichnung der umweltfreundlichen Binnenschiffe aufzugreifen. Denkbar sei, Schiffen mit fortschrittlicher Abgastechnik besondere Vorteile zu gewähren. Da Dieselruß sowohl dem Klima als auch der Gesundheit schade, sei jeder staatliche Euro gut investiert.

Lutz Freise, Geschäftsführer der Reederei Riedel GmbH, freute sich über den großen Zuspruch: „Dass Umweltverbände und die Politik einvernehmlich Interesse an der Nachrüstung der „Spree-Diamant“ zeigen, begeistert uns schon sehr. Wir wollen mit dem freiwilligen Einbau des Dieselpartikelfilters beweisen, dass uns das Klima und die Gesundheit der Berliner Bürgerinnen  und Bürger am Herzen liegen. Nachhaltigkeit und Umweltschutz sind für uns selbstverständlich auch im unternehmerischen Handeln.“ Engagiertes Handeln hat die Reederei Riedel auch mit der Neugestaltung ihres Heimathafens gezeigt. Dort sind alle Liegeplätze mit Landstromversorgung ausgestattet. Auch die Nachrüstung weiterer Schiffe stellten die Brüder Freise in Aussicht und bekamen dafür gleichermaßen Lob von Umweltverbänden und Senat.

Martin Lutz, Fachgebietsleiter Luftreinhalteplanung bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt begrüßt die freiwillige Investition der Reederei Riedel in die umweltfreundliche Rußfiltertechnik als wichtigen Beitrag, damit die Spreeanrainer und die vielen Fahrgäste an Deck die Berliner Luft ungetrübt genießen können: „Wir würden uns freuen, wenn das gute Beispiel Schule macht und bald alle Berliner Fahrgastschiffe rußfrei durch die Berliner City fahren.“ Um die Berliner Fahrgastschifffahrt dabei zu unterstützen, hat die Senatsverwaltung aus Geldern des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) im Rahmen des Umweltentlastungsprogramms (UEP II) eine Förderung ermöglicht, mit dem bis zu 50% der Kosten für den Einbau von Rußfiltern in Berliner Fahrgastschiffe übernommen werden können. Alle Informationen und Unterlagen zur Förderung sind auf der Homepage des UEP II (www.UEP-Berlin.de) erhältlich.

Leider wird das nationale Förderprogramm, mit dem der Einbau von Filtertechnik in Binnenschiffe unterstützt wird, noch nicht in einem ausreichenden Maße angenommen. Dies ist bedauerlich, weil gerade solche Filter, wie sie in der „Spree-Diamant“ verbaut sind, beitragen, die Luft an den Flüssen und in den Städten zu verbessern.

Mit 140 Mitarbeitern beförderte die Reederei Riedel im vergangenen Jahr rund 400.000 Passagiere und erwirtschaftete damit einen Umsatz von sieben Millionen Euro. Die Flotte besteht aus 15 Schiffen mit einer Gesamtkapazität von rund 3.155 Plätzen. Das Unternehmen wird von den Brüdern Lutz und Stefan Freise geführt.

 

 

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