Kneipe oder Restaurant – das ist hier die Frage

Auf meinem Spaziergang rund um die U-Bahn-Station Schlesisches Tor war ich nach etwa 20 (Flanier-)Minuten auf der Ostseite des Görlitzer Parks und entdeckte eine neue Kneipe, wie ein richtiger Berliner ja auch zu einem „feinen Restorang“ zu sagen pflegt, wenn er es dort schön findet.

Es steht nichts an der tiefroten Fassade in der Görlitzer Straße 42 dran: Das ist das Restaurant Gloria, und es passt in die „Jejend“. Kreuzberg – eine ganze Allee, die hier zwar nur Straße heißt, multikulti unter Bäumen von vorn bis hinten …  Blick hinüber zum Görlitzer Park, 30-er Zone – Stühle und Tische vor der Tür, kein freier Sitzplatz zu kriegen, Stimmengewirr in –zig Sprachen…und ich: „icke verstehe Bahnhof“.

Aber eben eine kleine, feine Kneipe. Eine Lateinamerikanische. Auf der Speisenkarte sind Spezialitäten aus Argentinien, Bolivien, Chile und Uruguay, weil das der Chef so will. Das ist übrigens einer, der nichts Künstliches im Essen mag, aber ansonsten künstlerisch tätig ist.

Der Filmemacher aus Chile und Wahlberliner Sebastián Lelio und seine Freunde haben sich einen Wunsch erfüllt und das Restaurant Gloria eröffnet. Weil sein Berlinale-Wettbewerbsfilm, der am 8. August in die Kinos gegangen ist, so heißt. Im Film kommt eine geschiedene 50-Jährige, die nix von Einsamkeit und Alter wissen will, liebesuchend in Bars und Restaurants.

Als ich ein Weilchen dort gesessen hatte, war ich fast der Meinung, diese Gloria gesehen zu haben. So ist eben das kleine feine Restaurant inszeniert. Lelio setzt noch einen drauf – er serviert zu brasilianischer Musik Glorias Lieblingsdrink – es ist wie im Film. Hier nur eben für alle Sinne.

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