Der Geist von Rathen

Hotel Elbiente (Foto: Eckel)

Die Sächsische Schweiz gilt nicht unbedingt als perfektes Winter-Reiseziel. Doch das ist falsch, denn die malerische Landschaft rund um den Bastei-Felsen lässt sich gerade in der kühlen Jahreszeit zwischen November und April weitgehend ungestört erleben.

Im Sommer strömen Hunderttausende Besucher in die Region, um mit der kleinen, unmotorisierten Pendelfähre auf die andere Elbseite überzusetzen. Dort erwartet sie neben der berühmten Felsenbühne auch die Bastei mit ihrem 194 Meter steil abfallenden Felsen und mehreren spektakulären Aussichtspunkten, die wahlweise den Blick auf die Elbe und den Luftkurort Rathen oder auf den Amselgrund freigeben. Auch der Malerweg, der sich entlang der Elbe zieht, und die nahe gelegene Festung Königstein sind lohnenswerte Ausflugsziele, im weiteren Umkreis ebenso die zahlreichen Burgen und Schlösser sowie der Nationalpark Sächsische Schweiz und nicht zuletzt das nachgelegene Dresden.

Unbedingt einkehren sollten die Besucher desLuftkurorts beim Geist von Rathen, um dort die „Geisterfamilie“ zu genießen. Keine Angst: So werden nur die Geister bezeichnet, die in dieser kleinen Brennerei am Elbufer hergestellt und auch direkt ausgeschenkt werden. In kleineren Maßen genossen sind die mild schmeckenden Spirituosen keineswegs furchteinflößend, wie der Geistermacher Klaus-Peter Teutoburg-Weiss versichert. Im Gegensatz zum Brand wird ein Geist aus zerkleinerten Früchten hergestellt, die vor der Destillation mit Naturalkohol begossen werden. Die Herstellung eines Brandes, für den mindestens 100 Kilo Früchte auf 20 Liter Alkohol kommen müssen, scheiterte somit schon logistisch an der Enge des malerischen Dorfes.

Nach der „Geisterstunde“ lockt das 2012 erbaute Hotel Elbiente mit seinen 30 modernen, stilvollen Doppelzimmern, die nur wenige Meter entfernt und ebenfalls direkt am Elbufer auf die Reisenden warten. Mit vier Sternen Superior verspricht das Elbiente hohen Komfort, und auch insgesamt lässt das Wellness-Hotel keine Wünsche offen. Der Blick aus den Balkon-Zimmern auf die Elbe ist exzellent, das Frühstücks-Buffet auf Wunsch opulent und das Personal stets hilfsbereit und freundlich. Besonders empfehlenswert ist der kleine, aber feine Wellness-Bereich mit Pool, Saunen und warmem Solebecken, das sich in einem stimmungsvollen Gewölbe befindet. Ebenso sollten Besucher das großflächig verglaste Restaurant mit seinem weiten Blick ins Dorf sowie über die Elbe nicht verpassen. Hier verwöhnt die Küche ihre Gäste mit ambitionierten saisonalen Gerichten vom Wildschwein-Braten bis zum Fisch aus der Region, die Weinkarte führt eine große Auswahl sächsischer, qualitativ hochwertiger Weine, und natürlich lockt auch hier der Geist von Rathen auf einen Absacker.  Ich wünsche guten Appetit! David Eckel