Startschuss für die Gross-Arena im Herbst

Nach dem traditionellen Berliner Hickhack von Bauvoranfrage bis Baugenehmigung nach Vorlage des Bebauungsplans geht es im Herbst nun endlich los mit der Anschutz-Groß-Arena am Ostbahnhof.

Loben muss man allerdings den Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg und die zuständigen Senatsverwaltungen. Für die Arena an sich hatte man das Verfahren beschleunigt, s0 dass der Bau beginnen könnte. Glücklicher Umstand nun – auch die Genehmigungen für das umliegende künftige Stadtviertel sind bereits erteilt, so dass man auch mit diesem starten kann. Man hat also etwas mit der Tradition gebrochen. Denn dem Bezirk tut das neue Stadtgebiet gut, und auch der Senat wird davon profitieren.
Der oben verwendete Konjunktiv macht allerdings auf eine Einschränkung aufmerksam: Wenn es heißt, es kann im Herbst los gehen, so kommt zunächst Abrissgerät. Denn zunächst muss das Areal erschlossen werden. Das bedeutet, dass ein ganzes, 20 Millionen teures und auf drei Jahre angelegtes Abriss- und Infrastrukturprogramm realisiert werden muss. Gebäude und andere Einrichtungen der Vornutze müssen zunächst entfernt werden. Dann werden Straßen gebaut und die Grundversorgung mit Gas, Wasser und Strom wird hergestellt.
Die Arena selbst mit ihren 16 000 – 18 000 Sitzplätzen – noch träumt AEG Europe Geschäftsführer Detlef Kornett von einer Eröffnung 2006, doch so richtig glaubt er daran nicht mehr – wird zahlreiche Gastronomien enthalten – von der VIP Lounge sicherlich bis zum Fast Food. Und auf dem umliegenden Stadtfeld sind drei Hotelstandorte  vorgesehen – allesamt in etwa 90 Meter hohen Gemäuern. Ein Standort ist unmittelbar am (südlichen) Haupteingang vorgesehen, die beiden anderen an der westlichen Seite Richtung Ostbahnhof. Zu konkreteren Aussagen, beispielsweise über mögliche Betreiber, ließ sich Kornett nicht hinreißen.
Während die multifunktionale Arena – von Konzerten bis zu Basketball und Eishockey (die Berliner Eisbären gehören dem US-amerikanischen Milliardär Philippe Anschutz) wird alles möglich sein – recht bald fertig gestellt werden soll, rechnet Kornett mit 15 bis 20 Jahren, bis das neue Stadtviertel vollendet sein wird.
Hinter der East Side Gallery entsteht auf 1,2 Hektar großer Fläche eine Grünanlage, die Teil des Anschutz-Projekts ist. Zu diesem Zwecke wird die East Side Gallery geöffnet. Auf welche Weise dies geschieht und wie die entsprechenden Mauerteile eingebracht werden, ist noch nicht entgültig gelöst. Hier wird auch ein Schiffsanleger installiert werden, damit die Arena auch gut von der Spree her erreicht werden kann.
Im übrigen verhandelt die Anschutz Entertainment Group zur Zeit mit hochkarätigen Interessenten für die Naming Rights. Nach dem Vorbild ihrer amerikanischen Projekte soll die multifunktionale Halle einen Namensträger bekommen, mit dem man gemeinsam das Konzept Arena am Ostbahnhof entwickeln kann. Text & Fotos: Udo Rößling

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