Herbstblues? Nein danke!

Herbst in Berlin

Es ist kalt. Es ist nass. Und es ist grau. Das „nette“ Herbstwetter der vergangenen Tage lässt eine Vorahnung zu, was uns in den kommenden Monaten als Alltag bevorsteht.

Das schlägt so manchem aufs Gemüt. Damit der Herbstblues bestenfalls aus der Stereoanlage erklingt – und nicht die Seele verschlingt – haben die Berliner Lokalnachrichten hier ein paar Tipps zusammengestellt, wie und wo man sich die Sonne im Herzen bewahren kann. Auch wenn unser schönes Berlin schon fast im Winter-Modus ist.

Raus

Wenn das Wetter nicht ganz mies ist, gilt: Frische Luft hilft immer. Bei Spaziergängen oder kleinen Wanderungen entspannt sich auch der grummeligste Winterhasser. Neben den allseits bekannten Flanier-Klassikern – Tiergarten, Tierpark, Schlosspark Charlottenburg – lässt es sich beispielsweise auch auf der Pfaueninsel herrlich aushalten. Mit dem Bus 218 und dann mit der Fähre erreicht man diese unter Naturschutz stehende, nur 1,5 Kilometer lange und 500 Meter breite Insel. Sie diente schon Königin Luise als Zuflucht. Außerdem ist sie autofrei …und die namensgebenden Pfaue lassen sich überdies dort beobachten.

Adresse: Am Ende der Pfaueninselchaussee, 14109  Berlin. Öffentlich erreichbar mit dem Bus 218/ Öffnungszeiten: Oktober 9 bis 18 Uhr, ab November 10 bis 16 Uhr.

Wer ganz raus will aus der Stadt und überhaupt keinen Plan hat, dem sei die Webseite www.ab-ins-gruene.de empfohlen. Hier finden sich viele tolle Ausflugsziele rund um Berlin, thematisch geordnet (Wandern, Technik, mit Kindern). So zum Beispiel der Aussichtsturm in Woltersdorf (nahe Erkner). Der 25 Meter hohe Holzturm bietet nicht nur die Vogelperspektive über Wälder und Seen. Das Treppenhaus ist gleichzeitig eine Art Museum. In Text und vielen Fotos lernt man das „märkische Hollywood“ kennen. Tatsache: Woltersdorf war ab 1920 eine Filmstadt – ähnlich dem heutigen Babelsberg. Gedreht wurden hier unter anderem „Der Tiger von Eschnapur“ oder das „Indische Grabmal“.

Öffnungszeiten: Samstag, Sonntag und Feiertage von 10 bis 17 Uhr

Nicht raus

Wer dem Herbst nicht draußen Paroli bieten will, der hat in Berlin auch drinnen gute Chancen auf Ablenkung. Oder: Wann waren Sie das letzte Mal in einem Museum oder einer Ausstellung?

Neben den altbekannten Häusern lockt seit Mitte September auch ein großes, neues Museum: das „Spy Museum“, also das Spionage Museum, am Leipziger Platz 9. Es gibt auf 3000 Quadratmetern Einblick in die Welt der Spitzel, Agenten und Spione. www.spymuseumberlin.com

Erwähnt sei hier auch noch ein weitaus günstigerer und vor allem mit Kindern immer wieder empfehlenswerter „Museums-Klassiker“ – das Deutsche Technikmuseum in der Trebbiner Straße 9 (X-Berg). Angesichts der dort versammelten (echten!!) Flugzeuge, Schiffe und eines Rechners aus der Computer-Steinzeit (ist so groß wie ein Zimmer, kann weniger als ein Taschenrechner), staunen oft nicht nur die Kleinen. www.sdtb.de

Wer das Illustre jeder Technik vorzieht, der könnte in die aufregende Welt des Berlins der 1920er Jahre entfliehen. Ermöglicht wird die Zeitreise durch die Ausstellung „Tanz auf dem Vulkan“ im Ephraimpalais des Stadtmuseums (Poststraße 16, 10178 Berlin). Zahlreiche Fotos und Plakate entführen in jene Zeit, in der Berlin schon einmal verrucht und verrufen war. www.stadtmuseum.de

Weitere auch für Berliner interessante Ausstellungen und Events finden sich auf der eigentlich für Berlin-Touristen gedachten Seite www.visitberlin.de

Wellness

Weil man nicht immer was machen mag, wenn man was machen will, gibt’s hier auch eine Ladung Tipps für Orte in Berlin, an denen man genau das tun kann beziehungsweise sogar soll. Die neueste Adresse für Sauna- und Wellness-Fans ist das Vabali Spa im Fritz-Schloß-Park (unweit des Hauptbahnhofs).

Ein weiterer, relativ neuer Geheimtipp: Das Hamam des kürzlich eröffneten 5-Stern-Hotels Titanic Deluxe in der Französische Straße 30 (nahe Gendarmenmarkt). Es ist auch öffentlich zugänglich, wenn auch nicht ganz billig.

Fairerweise seien an dieser Stelle auch Berlins Wellness-Klassiker erwähnt: die Europa-Therme (auf dem Dach des Europa-Centers am Ku‘damm) und das Liquidrom.

Außerdem: In nahezu jedem Kiez gibt’s auch kleine, familiäre Saunen. Bei abgeklebten Fenstern und schummrig rotem Licht ist allerdings Vorsicht geboten…

Für alle, die jetzt immer noch traurig dreinschauen, hilft dann wohl nur noch das Abendprogramm: Ab ins Kino, Kabarett oder zum Konzert – Lachen und gute Musik helfen auch ganz toll gegen den verfrühten Winterblues (und auch gegen den echten).

(Artikelfoto: Berliner Herbst auf der Pfaueninsel | Foto: visitberlin.de/ Wolfgang Scholvien)

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