Faszination mit Clown Gensi & schweizer Gelassenheit

Zirkus Ronacali 2012 (Foto: M.Guette)

Ach, wenn ich nur ..zig Jahre jünger wär. Dann hätte man mich in der mit Konfetti und Luftschlangen überfluteten Arena finden können, die den krönenden Abschluss der diesjährigen Premiere des Weihnachtscircus Roncalli bildete.

Sie waren nicht zu zählen, die fünf bis fünfzehnjährigen Buben und Mädchen, die die Gelegenheit nutzten, sich einmal ungeniert, in einer Circusarena zu tummeln. Voraus gegangen war ein Programm, das sprichwörtlich nur von Roncalli geboten wird. Da begeisterten bis zur Pause der junge Bayer Michael Ortmeier mit seiner Flaschenbalance, der aus Salzburg stammende Akrobat Alexander Wengler als Clown Gensi im Pferdelook. Geraldine Philadelphia, sie steht seit frühesten Kindheitstagen in der Roncalli-Manege fesselte die unbegrenzt zirkushungrigen Berliner mit einer perfekten Hullo-Hoop-Nummer und die drei Kinder von Bernhard Paul und seiner Frau Eliane zeigten eine rasant-spektakuläre Rollschuhnummer.

Mit dem sich in endlos scheinender Höhe drehenden Rad sorgten nach der Pause vier Kolumbianer für stockenden Atem. Sie sprangen, scheinbar wider alle Gesetze der Schwerkraft, in und um das Rad mit einer Leichtigkeit, die schon an Tollkühnheit grenzte. Und dann die erste „große“ Überraschung: Tiere in der Manege des Weihnachtscircus. Karl Trunk demonstrierte eine Pferdedressur, die von allen im Zirkusrund mit besonderer Begeisterung aufgenommen wurde. Das Shetland-Pony „Chocolate“ spielte sich dabei in die Herzen vieler Kinder, die es sicher am liebsten mit nach Hause genommen hätten.

Circusdirektor Bernhard Paul als Zippo, der belgische Komiker Jan van Dyks und Patrick Philadelphia (der lt. van Dyke: „sooo gut schmeckt“), präsentierten den Klassiker „Bienchen, Bienchen, gib mir Honig“. Und dann die Nummer des Schweizers Claude Criblez. Mit der berühmt-berüchtigten „Schweizer Gelassenheit“ lässt er von ihm selbst geschaffene Flugobjekte durch den Raum schweben. Man kommt sich vor, als säße man in einem Aquarium während der liebgewonnene Fischballon den Weg durch einen Rauchring sucht. Zauberhafte, feinsinnige und  witzige Momente lassen das Publikum in tiefstem Schweigen und in nächstem Moment wieder in Lachsalven agieren.

Noch bis zum 6. Januar 2013 lädt Roncalli ins Tempodrom am Anhalter Bahnhof ein.