Die S-Bahn eifert dem Berliner Flughafen nach

Noch fahren die meisten Züge der Berliner S-Bahn

Ein Ende der Probleme bei der Berliner S-Bahn ist nicht absehbar –  Die Fraktionen des Berliner Abgeordnetenhauses fanden auf ihrer Sitzung am 31. Januar keinen einvernehmlichen Umgang mit den Problemen der Berliner S-Bahn.

Die S-Bahn erfülllt die Bedingungen des Verkehrsvertrages nicht, so Oliver Friederici von der CDU-Fraktion. Zahlreiche S-Bahn-Züge fielen in den vergangenen Jahren aus. Weniger Züge als vereinbart fahren. „Aktuell leistet die S-Bahn nur 80 Prozent Fahrbetrieb“, so Stefan Gelbhaar von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Nach dem Verkehrsvertrag betreibt die S-Bahn Berlin GmbH die Schnellbahn noch bis zum Jahr 2017. Eine kurzfristige Alternative für den öffentlichen Personennahverkehr in Berlin gibt es nicht. Die S-Bahn muss dem Senat täglich berichten über den Zustand ihres Fahrnetzes.

Fehlender Konsens

Die Fraktionen sind sich uneins über den künftigen Betrieb des Berliner Schienennetzes. Die Positionen reichen von einer Direktvergabe des S-Bahn-Betriebes an die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) über die freie Ausschreibung am Markt bis zur Idee eines neuen kommunalen Betriebs der S-Bahn. Weitgehend einig ist sich das Parlament nur darin, dass der Betrieb der S-Bahn von dem Beschaffen neuer S-Bahnen nicht getrennt werden sollte.

Ein Teil des Fuhrparks der S-Bahn verliert seine Zulassung ab dem Jahr 2015. Viele Züge sind dann veraltet und müssen gewartet oder ersetzt werden. Eine Entscheidung zum Umgang mit diesen Zügen steht dagegen aus. Zwar geht der Senat davon aus, dass im Jahr 2014 neue Züge bestellt werden. Die Bestellung wird sich jedoch wahrscheinlich verzögern, da neue Züge im Sinne der Fraktionen von dem künftigen Betreiber der S-Bahn beschafft werden sollen.

Umstrittene Teil-Ausschreibung

Berlin hatte im vergangenen Jahr damit begonnen, die Teilstrecke Berliner S-Bahn-Ring neu auszuschreiben. Mitte 2014 soll feststehen, wer den Zuschlag bekommt. Unterdessen hat sich die Bahn vor dem Berliner Kammergericht beschwert. Sie will ihren Fuhrpark bei einem Vertragsende nach 15 Jahren nicht einem anderen Unternehmen überlassen müssen. Das wurde aber in der Ausschreibung des S-Bahn-Rings gefordert. Die Fraktion Die Linke beantragte auf der Sitzung am 31. Januar, die Ausschreibung des S-Bahn-Rings zu stoppen. Der Antrag wurde an den Verkehrsausschuss überwiesen.

 

Ob dem Antrag stattgegeben wird, bleibt abzuwarten. Das Gleiche gilt für das Lösen der S-Bahn-Probleme.