
Ein eindringlicher Theaterabend steht kurz vor seiner vorläufig letzten Aufführung: Am 27. Juni um 16 Uhr ist im Schlosspark Theater Berlin noch einmal das vielbeachtete Einpersonenstück „Ein deutsches Leben“ zu sehen – inszeniert von Philip Tiedemann und getragen von der eindrucksvollen Darstellung Brigitte Grothums.
Die Schauspielerin verkörpert darin Brunhilde Pomsel, die langjährige Sekretärin von NS-Propagandaminister Joseph Goebbels. In einem eindringlichen Monolog blickt die Figur auf ihr Leben zurück und konfrontiert das Publikum mit der Frage nach persönlicher Verantwortung in Zeiten politischer Verführung und systematischer Propaganda.
Grothum gelingt es, die Ambivalenz ihrer Figur zwischen Anpassung, Verdrängung und moralischer Blindheit eindrucksvoll herauszuarbeiten. Das Stück zeigt, wie gefährlich Mitläufertum sein kann – und wie leicht demokratische Strukturen untergraben werden, wenn Menschen wegsehen oder sich nicht positionieren. „Ein deutsches Leben“ versteht sich als Mahnung, ohne dabei auf theatrale Intensität und eine zugängliche Erzählweise zu verzichten.
Letzte Gelegenheit vor der Sommerpause: Die finale Vorstellung vor der Sommerpause findet am 27. Juni um 16 Uhr im Schlosspark Theater Berlin statt.
Weitere Informationen unter www.schlossparktheater.de
Karten unter schlossparktheater.eventim-inhouse.de
Foto: ©Laurence Chaperon
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