Lotto-Mittel für`s ORWOhaus

Seit der drohenden Kündigung vor zwei Jahren haben sich die Musiker aus dem Berliner ORWOhaus unermüdlich für den Erhalt ihres weltweit einmaligen Projekts engagiert und die Entwicklung der “lautesten Platte der Stadt” vorangetrieben.

Mit lauten Protesten haben die damals etwa 400 jungen Musiker im Sommer 2004 zunächst die Schließung verhindert. Im Herbst konnte, durch die Unterstützung des Berliner Kultursenators, eine Fristverlängerung erreicht werden, um ein Nutzungs- und Finanzierungskonzept zu entwickeln. Im April 2005 hat der von den Musikern eigens gegründete ORWOhaus e.V. schließlich einen Kaufvertrag mit der TLG Immobilien über 340.000 Euro abgeschlossen.
Seit dem wurde es ruhiger um das Musikprojekt – doch nur äußerlich, denn im Haus wurde gearbeitet wie nie zuvor: Bauantrag, Brandschutzsanierung, Erschließung der Grünflächen, Bewirtschaftung des Hauses, Koordination der Bauarbeiten, Buchhaltung, Mietverträge – um nur einige Beispiele zu nennen. Zu Höchstzeiten wurden die ehrenamtlich arbeitenden Musiker im ORWOhaus von bis zu acht Ein-Euro-Jobbern und einigen Praktikanten unterstützt.
Die Arbeit trägt Früchte: Seit Anfang 2006 ist das Haus zu 100% ausgelastet – deutlich früher als prognostiziert. Es gibt inzwischen sogar eine Warteliste, weil die Anfragen nicht nachlassen. Über 120 Bands proben derzeit im ORWOhaus, etwa 600 Musiker – weit mehr als früher, da inzwischen auch neue Räume und Flächen auf den sieben Industrieetagen erschlossen wurden. Seit Januar 2006 haben die Musiker erneut mit der TLG über ihren Kaufvertrag verhandelt. Nach fünf Monaten konnte am 01. Juni 2006 schließlich die Vertragsänderung unterzeichnet werden – mit Erfolg:
Der Kaufpreis wurde auf 150.000 Euro reduziert! Bis September muss jetzt eine Bank gefunden sein, die dem ORWOhaus den entsprechenden Kredit zur Verfügung stellt. Das ist die Hürde, die noch überwunden werden muss, damit das Projekt wirklich gesichert ist. Unklar war bislang, ob das Geld für die notwendige Sanierung des Gebäudes aufgebracht werden kann: Wärmedämmung, Heizung und Sanitär sind einige der größten Posten. Im Juni 2006 kam die rettende Nachricht: Die Stiftung Deutsche Klassenlotterie bewilligt eine Zuwendung in Höhe von 1.000.000 Euro! Mit dem Geld, das direkt an die Baumaßnahmen gebunden ist, hat das ORWOhaus wieder eine Perspektive.
Besser könnte die Stimmung im ORWOhaus nicht sein! Die Musiker sind damit über zwei gesteckte Ziele gewaltig hinausgeschossen – pünktlich vor dem zweijährigen Jubiläum, das am 28. Juli 2006, im Rahmen der Auszeichnung des Projekts als ausgewählter Ort im “Land der Ideen”, mit einem umfangreichen Musikprogramm gefeiert wurde!

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