“Leichenzug” ins Umland stoppen

Die unverzügliche Privatisierung des Krematoriums Wedding fordert im Namen seiner Fraktion der Fraktionsvorsitzende der BW, Henner Schmidt (39): Der “Leichenzug” ins Berliner Umland und nach Polen müsse so schnell wie möglich gestoppt werden. (Aus einer Pressemitteilung der FDP-Berlin Mitte)
Weil dort eine Verbrennung um die 150 bis 200 €  kostet und in Berlin mit 500 bis 600 € zu rechnen sei, existiere ein regelrechter “Leichentourismus”, von dem viele Angehörige der Verstorbenen gar nicht wissen.
Durch die unverzügliche Privatisierung des Weddinger Krematoriums könne Abhilfe geschaffen werden. Privatinvestoren für die, seit dem 2. Januar dieses Jahres außer Betrieb gesetzte, Einäscherungsanlage in der Gerichtstraße warten zurzeit auf den Zuschlag durch das Land Berlin. Ein Angebot liegt bereits seit Ende 2002 dem Senat vor. Schmidt: “Erst saniert Berlin das Krematorium für fünf Millionen €, dann wird es geschlossen, obwohl es vom Land rentabel betrieben wurde. Durch, dieses Vorgehen wollte man Einäscherungen in weniger rentable Krematorien umlenken. Doch was passiert? Die Leichen werden nun in Polen verbrannt. Statt jetzt das Krematorium durch Privatinvestoren fortzuführen und Gelder zu erhalten, die der Bezirk Mitte dringend braucht, hat man Angst, dass Wedding zu attraktiv werden und den anderen beiden landeseigenen Krematorien Konkurrenz machen könnte.” Die Firmengruppe, die die Übernahme plant, will das Weddinger Krematorium profitabel bewirtschaften, indem sie beispielsweise auch im Berliner Umland ihre Leistungen anbietet. Im Auftrag der Senatsverwaltung untersucht zurzeit eine Wirtschaftlichkeitsstudie Pläne, die beiden landeseigenen Krematorien Baumschulenweg und Ruhleben ab 2004 zusammenzulegen. Die Ergebnisse sollen im Juni vorliegen. Vorher wird, laut Senatsverwaltung, keine Entscheidung über den Verkauf des Weddinger Krematoriums fallen. Doch die Studie kommt laut FDP Mitte zu spät. Denn durch das Blockade-Vorgehen des Senats denken zurzeit die Investoren über die Errichtung neuer Krematorien im Umland nach, die zu Berlin in direkter Konkurrenz stünden. “Berlin muss der Firmengruppe ein positives Signal geben. Sonst ist zu befürchten, dass kein Krematorium der Stadt wirtschaftlich betrieben wird. Das wäre wieder einmal ein Beispiel dafür, wie man trotz desaströser Finanzlage der Stadt, mit Investoren umgeht”, kritisiert Schmidt. Der BW-Fraktionsvorsitzende weiter; “Das Land hält den Investor und den Bezirk hin. Berlin hat sich die hohen Kosten für Einäscherungen selbst zuzuschreiben. Beispielsweise durch die Zahlung einer Leasingrate von mehr als zwei Millionen € jährlich, die man für das Krematorium Baumschulenweg entrichten muss, das nach den Plänen von Axel Schultes umgebaut wurde.”

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