Kohlen holen bei UNDINE

Bei UNDINE

Wie zu Besuch auf einem Kohlenplatz sehen die beiden Damen nicht gerade aus… Brigitte Figer und ihre Mutter Adelheid Christian im Stadtteilzentrum Alt –Lichtenberg in der Hagenstraße 57.

Und doch sind sie hier auf dem Flur der UNDINE – wo die jetzt 88-jährige Seniorin aus der Siegfriedstraße vor mehr als einem halben Jahrhundert Kohlen holte – mittendrin im damaligen Kiezgeschehen, wenn sie gerade noch einmal nachlesen, was sie für die soeben eröffnete Ausstellung “ Alt-Lichtenberg: mein Zuhause” aus dem Gedächtnis kramten. “Und wir haben noch soviel zu erzählen”, sagen die beiden Lichtenbergerinnen.
Das trifft auch für die über hundert anderen Zeichnungen, Fotos, Dokumente und Berichte zu, die im soziokulturellen Stadtzentrum bis in die Sommermonate hinein zu finden sind. (montags bis donnerstags von 8 Uhr bis 19Uhr, freitags bis 16 Uhr ) Und vor allem trifft es für die Zeitzeugen zu, die dahinter- und als Zeitgenossen vielleicht auch zum Gespräch zur Verfügung stehen:  Ob Frau Friseurmeisterin Ruth Jeschke  aus der Rüdigerstraße oder Steffen Dassow aus der Rudolf-Seiffert-Straße. Erstere weiß beispielsweise zu erklären, “warum früher frau ihren Salon als Kundin trug und heute der Männerhaarschnitt den Umsatz trägt…” Und aus dem Auftragsbuch des damals 10 –jährigen für die Ferien 1978 geht unter der Rubrik “Die neue Wohnung 1978” u.a.hervor, dass er einen “Stadtplan kaufen” will, um die “Straße anzukreuzen, in der wir jetzt wohnen” und: “reife Ähren sammeln”. Anders als der Zahnkranz schien sie schon damals selten zu sein –gerademal noch im Wappen vertreten.
Ein Ausstellungsbesuch könnte nicht nur der bezirklichen Wappenkommission, die noch immer nach einem ebenso dauerhaften wie schlüssig-repräsentativen Ausdruck des großen Bezirks fahndet, eine Anregung sein. Frei nach dem Motto “Kohlen holen bei UNDINE”, um  “hier und heute zu Hause zu sein- in Lichtenberg”. Text und Foto : Joachim Pampel

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