Was zuerst – die gute oder die schlechte Nachricht?

BVG ist jetzt für viele Berliner die Abkürzung für: Berliner Verlieren Glauben –  wenn es um die Fahrpreise geht. Jetzt ist sie schon wieder da, die übliche Fahrpreiserhöhung, wie sie so dummdreist von den Mitgliedern im Verband genannt wird. Heute 2,60 EUR!
Da fangen nun doch wieder viele an, in Gedanken in Währungen zu tauschen: Früher waren das 5.20 DM (West) – für  die Ossis zu „Friedenszeiten“, gut getauscht:  26.00 Mark der DDR.

Mit so viel Geld bin ich mit dem Bus, mit der U- oder  der Straßenbahn 130 x  kreuz und quer durch die Hauptstadt gedödelt. Und wenn jetzt auch vieles schöner und moderner  aussieht – der Nutzen ist für den Fahrgast nur derselbe geblieben. Mit dem besonderen Vorteil damals (in Ost und West!): Ich fühlte mich sicherer, wenn z.B. auf dem U-Bahnhof jemand mit einer roten Mütze den Zug abfertigte und so lange dem Zug hinterher schaute, damit niemand, womöglich in Türen eingeklemmt, mitgeschleift worden ist. Oder ich habe mich nicht am Fahrkartenautomaten ärgern müssen. Von Prügeleien, Messerstechereien und Totschlägen habe ich auch nichts gehört und werde nicht zu einem ständigen Schädigen der Umwelt gezwungen; denn das Benutzen meines PKW ist für mich preiswerter, bequemer und sicher sicherer.

Kommen wir zur guten Nachricht: Die BVG hat ein supermodernes Fahrzeug im Einsatz, das zwar nur 8 Kilometer in der Stunde fährt,  das aber den Fahrplan einhält, das ausreichend Fahr-, Sicherheits- und Kontrollpersonal hat und bei dem niemand einen Fahrschein lösen muss. Die Rede ist von „Bärlinde“,  die jetzt wohl gerade an der Schlossbaustelle sein müsste. Da werden an der Kreuzung Friedrichstrasse /Unter Den Linden gerade Schlitzwände gebaut, damit sie, wenn diese einen Deckel drauf haben, bis zum Brandenburger Tor fahren kann.

Darüber informierte die BVG Anfang August die Vertreter derjenigen Unternehmen, die in der  Friedrichstrasse sehnsüchtig auf Kundschaft mit sauberem Schuhwerk warten.
Als „Außenstehender“ hatte ich Auseinandersetzungen erwartet – nichts passierte. Anne Hagemann ist nämlich die so genannte Anlieger-Beauftragte der BVG und hatte an ihrer Seite den höchst fachkundigen Projektleiter Jörg Seegers, die beide seelenruhig Erfolge vermelden  und  über den Fortgang der Arbeiten berichten konnten – wie es gerade in der  teilweise 46 m tiefen Baustelle aussieht, wie sich bald durch die Deckelung – also: Schließung der Gruben – der Verkehr normalisieren kann, wenn darunter am zukünftigen Bahnhof weiter gearbeitet wird.

Für die Fußgänger gab´s die gute Nachricht, dass ab Mitte März 2014  normale  Durchgänge in den Arkaden des Hotels WESTIN GRAND geschaffen sind, also der Slalom-Lauf ein Ende haben wird. Voraussichtlich ab Ende November  ist die Linie U6  wieder geöffnet, die den Bahnhof Unter Den Linden ohne Halt passieren wird.

Sehr erfreulich: In dieser Woche wird es „oben“ noch mal etwas lauter, wenn das große weiße Stickstoffsilo an der Kreuzung Behrenstrasse mit seinem Fundament verschwindet. Bald sind dann wieder alle Fahrspuren geöffnet. Der Mittelstreifen ist weg, da die Straße, den alten Eigentumsverhältnissen angepasst, schmaler wird. Eventuell wird es die dringend erforderliche südliche Rechtsabbiegerspur  aus der Friedrichstraße in Richtung Staatsoper geben. Seitens der BVG könnte die Friedrichstraße auch bis zu Unter Den Linden geöffnet werden, was aber nur die Verkehrslenkungsbehörde entscheidet, die zum Leidwesen aller unentschuldigt gefehlt hat. Schade – ich wollte den Artikel positiv beenden.

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