Hier war jeder ein Gewinner

Es war eine der erfolgreichsten Sendungen des DDR-Fernsehens, ein Unikum in der Fernsehlandschaft: TELE LOTTO. Am 9. Januar 1972 von Ziehungsleiter Wolfgang Morgner in Berlin-Adlershof gestartet, ging TELE LOTTO insgesamt 1351 mal über den Bildschirm.

Dagmar Frederic und Herbert Köfer, beide 12 mal als Moderatoren der beliebten Sendereihe zwischen Sandmännchen und Nachrichten, gehörten auch zu den Mitwirkenden der letzten Sendung am 28. Dezember 1997. Neben mehr als 1000 prominenten Moderatoren, darunter auch die Saalfelderin Leni Statz, sorgten in der ersten und bisher einzigen Sendung, die eine populäre Lottospielart (5 aus 35) mit einer ebenso beliebten Fernsehunterhaltung verband, für Spannung am Bildschirm. Zu den Kultobjekten der wöchentlichen Ziehungen avancierten neben dem im DEFA-Studio für Spielfilme gebauten 1,30 m hohen “Kugelberg” aus Kunststoff auch die aus Silikatglas Rasotherm im Kombinat Technisches Glas Ilmenau gefertigte “Glasschlange” und der aus feuerfestem JENAer GLAS gebaute Glas-Trichter, auch “Glasnost-Triesel” genannt.
Beim Quotenrenner TELE LOTTO wollten nicht nur die eifrigen Tipper wissen, welche Zahlen von den Prominenten gezogen wurden, auch die nichtspielenden TV-Zuschauer warteten auf ebenso spannende wie interessante Kurzbeiträge entsprechend den jeweils ermittelten Zahlen. Hier war praktisch jeder ein Gewinner! Zu den Zahlen-Favoriten gehörten die 19 (Kurzkrimi), die 14 (Humor), 18 (Kuriositäten), 20 (Marschmusik), 24 (Schlager) sowie die 10 (Frecher Zeichenstift). In dieser Rubrik hatten 1983 auch die lustigen Abrafaxe ABRAX, BRABAX und CALIFAX vom MOSAIK ihre Premiere. Von 1994 bis 1997 waren sie die Hauptakteure beim Fernsehgewinnspiel von MDR und Lotto, indem sie die begehrten Rubbelkarten zierten.
Einer der als Autor, Redakteur und Realisator ab 1982 an rund 300 TELE LOTTO-Sendungen beteiligt war, ist der gebürtige Jenaer Klaus Fischer. In dem gerade im Berliner MOSAIK Steinchen für Steinchen Verlag erschienenen Buch “TELE LOTTO” bietet Fischer einen ebenso informativen wie vergnüglichen Blick hinter die Kulissen einer Femsehlegende. “Zum ersten Mal wird eine Sendereihe aus dem letzten Viertel des 20. Jahrhunderts derart ausführlich betrachtet, nicht wissenschaftlich und enzyklopädisch, sondern aus der Sicht der Macher” heißt es im Verlagstext. Und so gehörten denn auch Dagmar Frederic samt Vater Günther Schulz (ehem. Zoodirektor von Eberswalde und einst selbst bei TELE LOTTO in Aktion), Herbert Köfer, Susanne Schwab (Lottofee des Ostens), Wolfgang Morgner (Ziehungsleiter der Vereinigten Wettspielbetriebe) u. v. a. am 16. Oktober zu den Premierengästen in der Berliner Vertretung des Freistaats Thüringen. Als Gratulanten natürlich auch mit dabei: die Abrafaxe. “Berliner Lokalnachrichten” sprach mit Buchautor Klaus Fischer, der u. a. auch für Filme wie “Baden – mit und ohne”, “Feuerzangenbowle für Emils Detektiv”, das Theaterstück “Wenn Goethe kocht” und das Buch “SagenhaftesThüringen” verantwortlich zeichnet. “Wir haben interessantes, originelles und z. T. unbekanntes Material über die beliebte Sendung und Ziehung TELE LOTTO zusammengetragen. So ist ein Buch entstanden, das weitaus mehr ist als eine spannende Chronik einer nicht alltäglichen Sendereihe”. Das durchgängig farbig illustrierte 80seitige Buch aus dem MOSAIK-Verlag (u. a. mit allen erschienenen Abrafax-Rubbelkarten) ist für 15 Euro im Handel. Hans-Peter Gaul

Wer uns bis zum 10. November 03 schreibt, welcher Kurzbeitrag durch die Nummer 18 ausgelöst wurde, kann eins von drei der begehrten Büchlein gewinnen. Unsere Adresse: siehe Kleeblatt auf Seite 1.
Die Gewinner werden benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.