Die Einkehr der Ribbecks im Spandauer “Kolk”

Ribbecks bei Kolk

Die von Ribbecks sind zurückgekehrt ins Havelland, wo im Garten noch immer ihr Birnbaum stand – das war 1998.Jüngst aber kehrten sie ein – ins Spandauer “Kolk” und zeigten dort, was man aus Birnen so machen kann. Klaus Dieter Richter freute das Ganze, hatte er doch zahlreiche Gäste hinzu geladen. Kultur rahmte alles ein – von Alards Phantasie facile auf der Violine bis hin zu dem bekannten Fontane-Gedicht: “Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland Ein Birnbaum in seinem Garten stand…” Dazu gab es Historisches zur Familie der Ribbecks, insonderheit der Spandauer Linie. Dann aber stellte Friedrich von Ribbeck zusammen mit seinem Sohn Janko ihre Erzeugnisse vor, die sie auf dem zurück erworbenen Gut (und Dörfchen) Ribbeck – dem Stammsitz der Familie seit 1375, der etwa 30 Kilometer westlich Berlins gelegen ist – produzieren. Das ist ein Williams Christ Edelbrand (42 %) und ein Birnenlikör (25 %). Allerdings ist der Spirituosen-Anteil der geringere. Etwa 600 Liter werden davon im Jahr produziert. Höher soll die Produktion auch nicht werden.
Ganz anders die zweite Produktlinie: Essige in hohen, doch sehr verschiedenen Qualitäten: Birnenessig, Ribbecks Birnenbalsam (auch als Aperitif geeignet), Königin Luise (Birnenessig mit einem Kaltauszug aus Holunderblüte, ebenfalls als Aperitif möglich), Rosenbalsam (auf wertvollen Rosenblüten angesetzt und mit Agavendicksaft abgerundet/übrigens ist der Birnbaum ein Rosengewächs) und Brennnesselessig (mit den Heilkräften der Brennnessel). In fünf Jahren, so Friedrich von Ribbeck sen., sollen 10.000 Liter Essige jährlich produziert werden.
Klaus Dieter Richter, Gastgeber und Koch sowie Vizepräsident Gastronomie des Hotel- und Gaststättenverbandes Berlin und Umland e.V., rundete die Verkostung ab, darum ging es letzten Endes, mit etlichen kulinarischen Genüssen, die den Produkten alle Ehre machte. Unter anderem gab es die Leibspeise das Alten von Ribbeck: Linsensuppe mit Speck und Birnen sowie Birnenkuchen vom Blech mit Streuseln.
Der Alte hieß eigentlich Hans-Georg von Ribbeck und verstarb in hohem Alter im Jahre 1759. Seinem Wunsche gemäß wurde ihm eine Birne ins Grab gelegt, aus der der legendäre Birnenbaum auf seinem Grabe erwuchs. Erst im Jahre 1911 hauchte der Baum sein Leben aus, als er während eines Sturms abbrach. Der Stumpf ist heute noch in der Ribbecker Kirche zu sehen. Am alten Ort aber wächst ein neuer Birnenbaum.  Udo Rößling

Informationen unter: www.vonribbeck.com. Restaurant Kolk, Hoher Steinweg 7, 13597 Berlin-Spandau

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