Berlin will mehr Fußball

TOR! Spielerinnen des Fußballvereins 1. FC Union Berlin (Foto: 1. FC Union)

Frauenfußball in Berlin wird mehr gefördert. Das haben die Berliner Abgeordneten in ihrer Sitzung am 27. September 2012 im Abgeordnetenhaus beschlossen. Ein Landesprogramm soll jungen Fußballerinnen den Zugang zu der Sportart erleichtern.

Frauen seien im Fußball benachteiligt, obwohl Frauenfußball in der Region Berlin-Brandenburg zu den erfolgreichsten Sportarten gehöre, so die Fraktion Die Linke, die die Anträge für mehr Förderung stellte. Fußball solle ferner zu mehr Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern beitragen, so Gabriele Hiller, die sportpolitische Sprecherin der Fraktion.

Plätze für Mädchen
Frauenfußball gehöre in der Region Berlin-Brandenburg zu den erfolgreichsten Sportarten. Mit dem Verein 1. FFC Turbine Potsdam kommt der deutsche Meister im Frauenfußball aus der Region. Der regionale Frauenfußball sei danach erfolgreicher als Männerfußball. In den großen Fußballvereinen seien jedoch nur wenige Frauen und Mädchen organisiert. Der Anteil von ihnen im Berliner Fußballbund betrage zum Beispiel nur zehn Prozent. Sportvereine, Schulen, Kinder- und Jugendfreizeitstätten sowie Sponsoren sollen ein Landesprogramm zur gezielten Talentförderung von Mädchen und jungen Erwachsenen entwickeln. Dazu sollen an den zentralen Sportsschulen in Berlin Plätze für Mädchen eingerichtet werden – das sind die Flatow-Schule, Poelchau-Schule und das Schul- und Sportleistungszentrum Hohenschönhausen. Bislang gebe es dort lediglich 60 Plätze für Jungen. Mädchen aus Berlin werden gegenwärtig an der Sportschule in Potsdam und bislang nur vereinzelt in Berlin leistungssportlich betreut.

Mehr Gleichberechtigung
Frauen und Mädchen sollen zudem in Berlin mehr Orte zum Training von Fußball bekommen. Mädchen und junge Frauen, aus Familien mit geringem Einkommen, sollen zudem die Möglichkeit der finanzielle Förderung erhalten. Das Programm soll Maßnahmen gegen Rassismus, Sexismus, Homophobie im Sport entwickeln. TrainerInnen sollen geschult werden, Diskriminierung im Frauenfußball abzuwehren. In Pankow sieht sich Emili Meier von dem Verein „Borussia Pankow 1960“ bereits gefördert.* Der Verein hat eine Frauen-Mannschaft, mehrere Jugend-Mannschaften und Mannschaften für Kinder. In dem Bezirk gibt es zwei Fußballvereine für Mädchen und Frauen. Emili Meier ist in ihrem Verein für die Kasse zuständig und spielt in der Frauengruppe. „Seit der Weltmeisterschaft im Fußball 2011 wird Fußball in der Stadt mehr gefördert. Frauen können überall in der Stadt Fußball spielen.“, so die junge Spielerin. Nur die langen Wege zu Auswärtsspielen seien ärgerlich. Für alle Geschlechter. * Name von der Redaktion geändert Text & Foto: Tust

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