79 Prozent Tempelhofer Feld

Blick über das Tempelhofer Flugfeld

Der Berliner Senat will das Tempelhofer Feld verkleinern – nach dem „Masterplan Tempelhofer Freiheit“ wird das Flugfeld des ehemaligen Flughafens Tempelhof im Außenbereich bebaut.

Im Innenbereich soll das Feld umgestaltet werden. Die Bürgerinitiative „100 Prozent Tempelhofer Feld“ hat einen Gesetzentwurf gegen die Bebauung im Abgeordnetenhaus eingereich. Die Freifläche des einstigen Flughafens in Tempelhof-Schöneberg ist begehrt. Berlins Senat möchte sie für Verkehr, Gewerbe und tausende Wohnungen verwenden. Auch Kitas, Schulen und Sportflächen sollen gebaut werden.

Mehrere Unternehmen sind dabei, den Masterplan umzusetzen: die Tempelhofer Projekt GmbH, Astoc Architects und Planners, UrbanPlan, Grün Berlin GmbH, Argus und Gross.Max. Bis zum Sommer sollen 26 Bäume gepflanzt werden. Ab Herbst ist der Bau eines 3,1 Hektar großen Wasserbeckens vorgesehen.

Senat: 230 Hektar für Park

Geht es nach dem Senat, wird der Park Tempelhofer Freiheit künftig auf 230 Hektar verkleinert. Derzeit misst seine Fläche etwa 290 Hektar. Ein Nutzerbeirat soll den Park künftig mitgestalten. Bis zum Jahr 2025 sollen die Bauarbeiten an dem Park andauern. Auf der Freifläche soll im Südwesten am Tempelhofer Damm ein Neubau der Zentral- und Landesbibliothek entstehen. Für die Bibliothek liegen inzwischen Entwürfe aus einem Wettbewerb zwischen Architektenbüros vor. Zur Oberlandstraße südlich des Feldes ist eine neue Brücke geplant.

Die Bürgerinitiative „100 Prozent Tempelhofer Feld“ setzt sich gegen Veränderungen am Tempelhofer Feld ein. Sie wirbt für den Nutzen des Feldes in seiner heutigen Form. Das Feld sei Natur und eine schöne Landschaft zum Erholen. Verschiedenste BerlinerInnen kämen über das Feld miteinander in Kontakt.

Zudem sei das Feld ein historischer Ort. Über ein halbes Jahrhundert lang habe hier Luftfahrt stattgefunden. In der Zeit des Nationalsozialismus befand sich ein Konzentrationslager auf einem Teil des Geländes und müsse als Ort des Gedenkens bewahrt bleiben. Das gesamte Feld müsse unbebaut bleiben und der Öffentlichkeit weiterhin frei zugänglich sein.

Platz für Sport

In den angrenzenden Bezirken Friedrichshain-Kreuzberg und Neukölln mangelt es an Flächen für Sport. Auf einem Teil des Tempelhofer Feldes soll im Sinne des Senats auch künftig Sport stattfinden können. Weitere Ideen im Raum sind der Bau einer Autobahnbrücke im südlichen Teil, ein neuer Busbahnhof, ein S-Bahnhof, ein Vergnügungspark sowie möglicherweise ein Einkaufszentrum in der ehemaligen Haupthalle des Flughafens.

Derzeit ist das Tempelhofer Feld für die Öffentlichkeit tagsüber kostenlos zugänglich. BerlinerInnen nutzen das Tempelhofer Feld von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang zum Picknicken, Joggen, Radfahren, Spazieren, Gärtnern und freien anderen Anlässen. Ob das Feld frei bleibt, entscheiden auch sie.

Gesetzentwurf der Bürgerinitiative
Masterplan des Senats

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