Affe, Affe, Affe … äh .. Spaßbad? Neue Pläne für den Tierpark

Eingang-Tierpark-Berlin

Seit Anfang April haben Zoo und Tierpark Berlin einen neuen Direktor. Andreas Knieriem führte zuletzt den Münchener Tiergarten Hellabrunn. Dieser konnte sich im europaweiten Zooranking von Platz 12 (2011) auf Platz 4 (2013) verbessern – wohl auch dank Knieriem. In Berlin hat der gute Mann einiges zu tun, vor allem im Tierpark.

Während sich vor den Toren des Zoologischen Gartens in der City West regelmäßig Besucherschlangen bilden, ist man vor dem Tierpark in Friedrichsfelde als Besucher oft buchstäblich allein auf weiter Flur.

Zwar haben sich Politik und auch der neue Zoo-Chef eindeutig dazu bekannt, beide Standorte erhalten zu wollen. Doch damit das funktioniert, muss vor allem der Tierpark rasch umgemodelt werden. Was Knieriem für die 160-Hekar-Fläche vorschwebt ist eine Art Zoo-Erlebnisland. Dabei geht es ihm weniger um „Action“ – Achterbahnen sind also bis auf weiteres nicht zu befürchten.

Die Vision des Neuen für den Tierpark heißt „Geo-Zoo“. Statt wie in herkömmlichen Tiergärten üblich (und auch für den Zoo in der City weiterhin Konzept) nach Arten, sollen die Tiere dort nach Lebensräumen präsentiert werden.

Ein Konzept, das rund um die Welt von modernen Zoos umgesetzt wird und offenbar bei den Besuchern gut ankommt. Ehe Knieriem dieses Großkonzept in Angriff nehmen kann, wird er sich allerdings um viele kleine Baustellen kümmern müssen. Da wäre etwa das Entree des Tierparks, das dem neuen Direktor gar nicht gefällt. Eine Asphaltwüste, ohne Bezug zum Tier. Medial hat Knieriem mehrfach geäußert, sogar ein tolles Meerschweinchengehege würde Kinder hier besser empfangen als der Ist-Zustand. Auch der Spielplatz auf dem Gelände soll rasch ganz anders werden, modern und erlebnisorierntiert – einer der tollsten der Stadt.

Prinzipiell gibt sich der studierte Veterinär für alle neuen Ideen offen. Ob er die zuletzt von der SPD-Führung favorisierte Variante – ein neues Erlebnisbad im Tierpark – unterstützt hat Knieriem aber öffentlich noch nicht eindeutig beantwortet. Es sieht so aus, als wolle er mögliche Finanzkonzepte abwarten. Diese soll es Anfang des Sommers geben, wenn die Berliner Bäderbetriebe ihrerseits mit Plänen vor den Senat treten.

Egal ob mit oder ohne Bad, eines scheint dem neuen Zoodirektor wichtig: Nicht nur die Besucher, sondern auch die Tiere sollen es in absehbarer Zeit besser haben. Die Raubtierkäfige im Tierpark etwa sind zu klein, das sieht auch Knieriem so. Statt winzigen „Gitterboxen“ will er große Gehege, etwa mit Glas oder Gräben abgegrenzt. Vorbild dafür fände sich im Nachbarland Österreich.

Der Tiergarten Schönbrunn in Wien hat erst in den vergangenen Jahren erfolgreich demonstriert, wie man veraltete Gitterkäfige aus Kaisers Zeiten gegen moderne Gehege austauscht.

Bis dahin ist es – auch ob der unterschiedlichen Finanzlage der Städte und Zoounternehmen – in Berlin aber noch ein weiter Weg.

(Artikelfoto: Agadez/ Wikimedia Commons – )

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