Wolfgang Seppelt inszeniert „Heute Abend: Lola Blau“ im Theater am Frankfurter Tor

Cora Chilcott / Bildquelle: ©Michael Joch
Cora Chilcott / Bildquelle: ©Michael Joch

Im Theater am Frankfurter Tor bringt Regisseur Wolfgang Seppelt gemeinsam mit Cora Chilcott das Musical „Heute Abend: Lola Blau“ von Georg Kreisler auf die Bühne. Das Erfolgsstück des legendären österreichischen Kabarettisten und Komponisten stammt aus den 1970er-Jahren und erzählt in scharfzüngigen, melancholischen Liedern die Geschichte einer jungen jüdischen Schauspielerin, die durch den Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich ihre Karriereträume verliert und in die Emigration gezwungen wird. Das Werk gilt zugleich als künstlerische Auseinandersetzung mit der NS-Zeit und als Reflexion Kreislers eigener Biografie.

Die Inszenierung unter der Intendanz von Johannes Hallervorden verbindet Kabarett-Lieder mit dokumentarischen Ton- und Bildcollagen. Cora Chilcott übernimmt die Titelrolle, am Klavier begleitet Tobias Schwencke. Die Premiere findet am 9. November statt – ein Termin, der bewusst gewählt wurde. Weitere Aufführungen folgen im November und Dezember.

Die Berliner Lokalnachrichten sprachen mit Wolfgang Seppelt über die Aktualität des Stücks, seine politischen Dimensionen und die besondere Arbeitsweise der Produktion.

Berliner Lokalnachrichten: Herr Seppelt, Sie inszenieren gerade gemeinsam mit Cora Chilcott im Theater am Frankfurter Tor bei Intendant Johannes Hallervorden mit HEUTE ABEND: LOLA BLAU ein Erfolgsstück des legendären österreichischen Kabarettautors und Komponisten Georg Kreisler. Weshalb dieses Werk und was interessiert Sie daran?

Wolfgang Seppelt: Das Musical für eine Schauspielerin stammt aus den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts und trat dann einen Siegeszug über alle deutschsprachigen Theater- und Tourneebühnen an. Es war auch eine künstlerische Reaktion auf die 68er Generation, die endlich wissen wollte, was zwischen 1933 und 1945 wirklich passiert war. Und es ist in groben Zügen auch die Lebensgeschichte Georg Kreislers selbst, der aus Wien nach Amerika emigrieren musste und dann nach dem Krieg zurückkam und erfahren sollte, dass sich in Sachen Antisemitismus nicht viel geändert hatte. Er schrieb mit LOLA BLAU ein Musical, welches von eigenen Erfahrungen gespeist, diese Geschichte in wunderbaren, scharfzüngigen und melancholischen Liedern erzählt.

Berliner Lokalnachrichten: „Im Theater ist nichts los“ heißt ein bekannter Song aus dem Musical. Ist das programmatisch gemeint?

Wolfgang Seppelt: Ja, auch satirisch, denn Lola Blau, eine junge Schauspielerin, sieht
voller Vorfreude ihrem ersten Engagement am Landestheater Linz entgegen. Mit dem „Anschluss“ an das Deutsche Reich wird dieser Traum abrupt zerschlagen, denn Lola ist Jüdin. Sie flieht in die Schweiz, ist aber bald darauf dort ebenso unerwünscht. Doch ihr Ehrgeiz, Karriere zu machen und eine große Portion Glück verhelfen ihr zu einer Überfahrt nach den USA und zur.

Berliner Lokalnachrichten: HEUTE ABEND: LOLA BLAU ist demnach ein enorm politischer Stoff, wird jedoch in unterhaltsamer Weise interpretiert. Macht das für Sie den Reiz dieses Musicals aus?

Wolfgang Seppelt: Unbedingt. Dokumentarische Ton- und Bildeinspielungen werden auf der Theaterbühne mittels Kabarett-Liedern satirisch-bissig und auch nachdenklich kommentiert. Cora Chilcott als Lola Blau macht das wirklich beeindruckend: den Wechsel der Rolle zwischen alltäglichem Leben und ihrer Showexistenz. Am 9. November findet die Premiere im Theater am Frankfurter Tor statt. Dieser Termin war dem Intendanten Johannes Hallervorden und mir durchaus bewusst!

Verlosung

Die Berliner Lokalnachrichten verlosen 2 x 2 Eintrittskarten für die Aufführung am 15. November 2026, 15:00 Uhr. Zur Teilnahme geben Sie bitte im Textfeld das Stichwort „Lola Blau“ an. Damit das Textfeld angezeigt wird, müssen Sie angemeldet sein. Eine Teilnahme per E-Mail ist nicht möglich. Einsendeschluss ist der 9. November 2026.

Rechtsweg und Auszahlung sind ausgeschlossen. Die Teilnehmer müssen volljährig sein. Die Teilnehmerdaten werden ausschließlich für die Durchführung der Verlosung verwendet. Bildquelle: ©Michael Joch

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