Gut ins neue Jahrtausend gerettet

Zwei Jahre vor dem Millennium klingelten in Biesdorf die Glocken, weil dort etwas entstanden ist, das ihresgleichen in Berlin sucht.

Die Rede ist von der gemeinnützigen Wohnheimgesellschaft „urban-social“, die nicht nur so heißt: Sie hilft und hat bereits vielen vor allem Jugendlichen ein Stück Zuhause gegeben. Aus Anlass des Jubiläums „urban-social – 15 Jahre für Berlin“ haben wir mit dem Geschäftsführer Michael Reimann gesprochen.

„Herr Reimann, zum Geburtstag gibt’s Geschenke. Wie sieht es damit im Hostel am Blumberger Damm aus?“

Reiman: „ Das größte Geschenk, was wir uns selbst gemacht haben, ist das weitere stabile Wirken an unserem Gesellschafterauftrag. Das Engagement unserer Kollegen um ein Stück Heimat für Wohnungslose, Flüchtlinge bzw. Asylbewerber und deren Familien, Obdachlose, minderjährige unbegleitete Asylsuchende und Flüchtlinge, Wohnheim für Jugendliche und nicht zuletzt die Beherbergung von Jugendlichen Berlinbesuchern sowie die Betreuung von internationalen Jugendprojekten stehen weiter im Zentrum unserer Arbeit. Natürlich hat sich vieles in den letzten 15 Jahren verändert. Mitarbeiter verließen uns und neue Kollegen verstärkten uns. Ein Dankeschön werden wir besonders den Gründungsvätern und -Müttern unseres Unternehmens übermitteln.“

„Bleibt denn bei den vielen Sommeraktivitäten Ihres Hauses und Ihrer Einrichtung insgesamt Zeit zum Feiern?“

Reiman: „Tja – so richtig Fuffzehn werden wir ja erst im Dezember – da werden wir mit einer Reihe von Kulturveranstaltungen in die Öffentlichkeit gehen. Davon werden wir Sie rechtzeitig unterrichten. Vielleicht können uns die BERLINER LOKALNACHRICHTEN dabei ein wenig unterstützen. Wäre schön. Ansonsten sollte ein Fest für den Frieden am 31. August 2013 stattfinden. Wir haben aber wegen der aktuellen Entwicklungen im Stadtbezirk entschieden, dieses Fest zu Gunsten der bezirklichen Veranstaltung “Schöner leben ohne Nazis” abzusagen. Wir fordern alle Freunde und Sympathisanten, heutige und ehemalige Mitarbeiter, Bewohnerinnen und Bewohner und Anliegerinnen und Anlieger auf, mit uns gemeinsam ein deutliches Zeichen gegen den Fremdenhass, die Intoleranz und für Menschlichkeit und Würde zu setzen. Wir werden uns aktiv am Bühnenprogramm und an der Gestaltung der Veranstaltung “Schöner leben ohne Nazis“ beteiligen.“

H.K.: „Auf dem Flur im Hostel am Blumberger Damm wird gegenwärtig etwas gebaut ?“

Reiman: „Am 6. September werden wir eine Ausstellung präsentieren, die es so noch nicht gegeben hat. Wir zeigen aus einer großen Sammlung einige wenige einzigartige Plakate und Grafiken der DDR Schlager-, Rock- und Popmusik. Die Ausstellung soll bis zum 3. Oktober der Öffentlichkeit zugänglich sein, und wir werden uns damit gleich zur Eröffnung an der Langen Nacht der Bilder beteiligen, die ja an diesem Tag in Berlin stattfindet. Da werden wir auch ein bissel mehr von dem zeigen, was bei uns so geleistet wird.“

…und zum Dank sagen für das Gespräch blieb keine Zeit, denn Michael Reimann (DIE LINKE) zog´s in den Wahlkampf.

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