Von „U-Bahn-Schlägern“ zu „U-Bahn-Schreibern“

U-Bahn-Schreiber

Am 21. Januar 2013 ist der Verein „Schreibende Schüler“ mit dem Projekt „U-Bahn-Schreiber“ zu Gast in der Heinrich-Schliemann-Oberschule Berlin, um jungen Leuten mittels des Kreativen Schreibens Ausdrucksmöglichkeiten jenseits von Gewalt und Aggression zu vermitteln.

Zusammen mit den Schülerinnen und Schülern wird eine Fahrt durch das Berliner U-Bahn-Netz unternommen, bei der alle Beteiligten ihre Eindrücke und Erlebnisse während der Fahrt notieren. Für diese Notizen eine adäquate literarische Form zu finden, darum wird es im Anschluss in der Bibliothek am Wasserturm in Prenzlauer Berg gehen: Unter pädagogisch und künstlerisch fachkundiger Anleitung erhalten die Schülerinnen und Schüler Einblicke in die zahlreichen Gestaltungsmöglichkeiten literarischer Texte. Außerdem wird man darüber diskutieren, welche Erfahrungen die Jugendlichen beim U- oder S-Bahnfahren bereits gemacht haben. Die entstandenen „U-Bahn-Texte“ werden dann am S- und U-Bahnhof Schönhauser Allee von den Jugendlichen persönlich an interessierte Fahrgäste verschenkt: Bestenfalls entsteht so ein Dialog zwischen den jungen Autorinnen und Autoren und ihrem Publikum, bei dem die Schülerinnen und Schüler erleben, dass ihre Stimmen gehört und ihre individuellen Ansichten wahr- und entgegengenommen werden.

Die Idee zum Projekt „U-Bahn-Schreiber“ entstand im Zuge der Berichterstattung über die brutalen Angriffe von und auf Jugendliche in Berliner S- und U-Bahnhöfen in den Jahren 2011 und 2012. Plötzlich war der öffentliche Raum ein gefährliches Terrain, in dem sich der Einzelne als zunehmend isoliert und hilflos erlebt. Diesem Trend will das Projekt entgegenwirken. Die „U-Bahn-Schreiber” ermöglichen Berliner Schülerinnen und Schülern der Klassenstufen 5 bis 12, das alltägliche Erlebnis des S- oder U-Bahnfahrens auf literarische Weise neu zu entdecken. Durch die Kombination verschiedener Methoden des kreativen Schreibens werden die Jugendlichen dazu angeregt, ihre Beobachtungsgabe zu schärfen und den Mut zur Artikulation der eigenen Meinung zu finden. Über ihre Texte sollen sie in Kontakt und Dialog mit ihren Mitmenschen treten. Ziel ist es, für ein respektvolles und kommunikatives Miteinander zu sorgen und so ein deutliches Zeichen für Akzeptanz und Solidarität in der Großstadt zu setzen.

Gefördert wird das Projekt „U-Bahn-Schreiber“ von der Jugend- und Familienstiftung des Landes Berlin und vom Deutschen Kinderhilfswerk.

Mehr Infos: www.u-bahn-schreiber.blog.de