Besucheransturm reisst nicht ab

Vielbeachtet, das Mahnmal für die Holocaust-Opfer

Seit das Mahnmal für die ermordeten Juden am 12. Mai seine Türen für die Öffentlichkeit öffnete, kamen rund 2700 Besucher pro Tag. Das ist die größtmögliche Auslastung für das unterirdische Informationszentrum. Aufgrund des großen Andrangs müssen Besucher, die in dieses Informationszentrum gelangen wollen, teilweise bis zu 50 Minuten warten.  Aber die hohe Besucherzahl bringt auch einige Probleme mit sich.  So kann man zum Beispiel beobachten, wie Kinder und Jugendliche von Stele zu Stele springen und zwischen den 2711 Betonstelen herumtoben. Das ist allerdings nicht gestattet; so steht es auf den Tafeln, die an verschiedenen Stellen rund um das Mahnmal eingelassen sind. Dieses Verbot besteht vor allem aus Sicherheitsgründen. Angehörige der Denkmalstiftung befürchten, dass beim Herumtoben oder beim Springen von einer Stele zur anderen jemand ausrutschen oder sich verletzen könnte. Deshalb werden die Besucher auch immer wieder auf diese Stelenfeldordnung aufmerksam gemacht, teilte ein Angehöriger der Stiftung mit.
Das Mahnmal soll vor allem ein Ort des Gedenkens an die Holocaust Opfer sein: Bundestagspräsident Wolfgang Thierse bezeichnete es als „bauliche Symbolisierung für die Unfasslichkeit des Verbrechens.“ Trotzdem war das Mahnmal nicht immer unumstritten. So hat es 17 Jahre von der Idee bis zur Umsetzung des Konzeptes gedauert. Ein erster Entwurf wurde 1995 von Altbundeskanzler Helmuth Kohl als zu pompös abgelehnt. Im Juni 1999 bekam der New Yorker Architekt Peter Eisenmann schließlich die Zustimmung des Bundestages für seinen überarbeiteten Entwurf „Eisenmann II“. Bereits im Januar 2000 wird der Baubeginn gefeiert und am 10. Mai diesen Jahres wurde das Denkmal dann auf der fast 20000 Quadratmeter großen Fläche zwischen Brandenburger Tor und Potsdamer Platz feierlich eröffnet. Zur Eröffnung waren Eisenmann selbst, die Politprominenz sowie Überlebende des Holocaust anwesend.
Text und Foto: Kerstin Zimmermann

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