Befürchtet wird gar der Ruin

Die wohl schönsten Terrassenplätze an der Spree am Schiffbauerdamm sind gesperrt.
Veranlasst hat dies das  Wasser- und Schifffahrtsamt. Wegen der Unterspülung der vier Meter hohen Kaimauer musste jetzt ein zirka 300 Meter langer Uferabschnitt zwischen Weidendammer Brücke und Stadtbahn-Viadukt gesperrt werden.
Das gesamte Bauwerk droht schlimmstenfalls einzustürzen, denn die mehr als 100 Jahre alte Kaimauer steht wegen des morastigen Untergrunds auf Pfählen. Über die plötzliche Sperrung der Flächen für ihre Biergärten sind die Gastwirte am Schiffbauerdamm entsetzt. Viele von ihnen befürchten bei Ausfall des Sommergeschäfts gar den Ruin. „In den Sommermonaten bin ich auf den Umsatz im Schankgarten angewiesen“, sagt René Gamper, Inhaber der „Berliner Republik“ mit der Bierbörse. Schon jetzt stünden Saisonkräfte bereit. Nicht anders die Situation im Restaurant Engelbrecht. „Wenn jetzt lange Bauarbeiten kommen, dann drohen uns erhebliche Umsatzverluste“, sagt Inhaber Florian Schüßler.  Sauer ist man unter den Gastronomen besonders darüber, dass der 300 Meter lange Gehweg ohne jede Vorankündigung gesperrt wurde. Zudem hätten die vorliegenden Genehmigungen für die Sondernutzung des Gehwegbereiches in diesem Jahr noch immer ihre Gültigkeit.
Bereits im vergangenen Jahr hatte eine Untersuchung der Kaimauer durch das  Wasser- und Schifffahrtsamtes ergeben, dass an einigen Stellen das Bauwerk unterspült ist. Seitdem gibt es ein Hickhack um die Zuständigkeit zwischen den Behörden. So sieht sich das dem Bund unterstellte Wasser- und Schifffahrtsamt zwar für die Wasser- und nicht für die Landseite zuständig. Experten der Senatsbauverwaltung wiederum vertreten die Auffassung, dass die Ufermauer einst Reichs- und damit heute Bundeseigentum ist. Den genauen Schadensumfang sollen Gutachter ermitteln. Danach wird entschieden, ob die Mauer saniert werden kann oder doch völlig neu aufgebaut werden muss. Dies bedeutet auch, dass bis auf weiteres der Uferbereich gesperrt bleibt.
Im Bezirk ist man über die Sperrung empört. Erst vor zwei Jahren wurde der Uferweg saniert. Mehr als 120.000 Euro wurden dafür ausgegeben. (Mienleh)

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