AIDA – Das Musical kommt nach Berlin

Im Gropius Bau

Wer hat die Plakate von “AIDA –Das Musical” von Elton John und Tim Rice noch nicht gesehen? Auffällig in Rot/Gelb mit einem Liebespaar im Vordergrund (Radames und Aida) sowie der Pharaonin Amneris im Hintergrund mit ausgebreiteten Armen, verzweifeltem Gesicht.

Wer die Geschichte kennt, weiß: AIDA ist eine Legende von zwei Prinzessinnen und einem Held, eine Legende über Jahrtausende, in der es um die Liebe ohne Grenzen geht. Der Stoff reicht bis 1550 v. Chr. zurück, als die Ägypter sich mit den Nubiern im Krieg befanden. Der französische Ägyptologe Auguste Mariette Bey fand Mitte des 19. Jh., angeregt durch seine archäologischen Ausgrabungen, das Sujet und formte es zu einer Erzählung. Begeistert von Mariettes Novelle, wollte der ägyptische Vizekönig Ismael Pascha die Geschichte vertonen lassen. Es sollte eine ”Prunkoper” für das ägyptische Volk anlässlich der Eröffnung des Suez-Kanal werden. Durch Giuseppe Verdi fand der leidenschaftliche Stoff seinen musikalischen Meister. Am 24. Dezember 1871 wurde Verdis Oper in Kairo mit großem Erfolg uraufgeführt. Der Triumph wiederholte sich bei der Premiere in der Mailänder Scala am 8. Februar 1872. Die deutsche Erstaufführung erfolgte am 20. April 1874 in Berlin.
Nun kommt AIDA wieder nach Berlin. Diesmal als “AIDA – Das Musical”. Am 5. August 2006 ist Hauptstadtpremiere im Theater des Westens. Es löst dann das erfolgreiche Musical “3 Musketiere” ab.
Die mehrfach ausgezeichnete Disney-Show, die vor drei Jahren, am Essener Colosseum Theater Deutschland-Premiere hatte, wurde in den Räumen der Ausstellung “Ägyptens versunkene Schätze” im Martin-Gropius-Bau Berlin der Presse vorgestellt. Eine in mehrfacher Hinsicht beeindruckende Vorstellung. Zum einen die spektakulären Exponate aus dem alten Ägypten, die Funde des Unterwasserarchäologen Franck Goddio wie Münzen, Schmuck, Kultgeräte und monumentale Statuen. Und zum Anderen wenn das Duett von Radames und Aida, gesungen von Bernhard Forcher und Ana Milva Gomes, aus dem 2. Akt “Sind die Sterne gegen uns” erklingt, die beiden Liebenden zwischen den Kolossalstatuen stehen –so fasziniert das Ganze. (Die Darstellung des Gottes Hapi ist mit 5,40 m Höhe die größte freistehende Statue eines ägyptischen Gottes, die je entdeckt wurde. Auch die in unmittelbarer Nähe gefundene Statue einer Königin aus ptolemäischer Zeit.) Gewaltig – so gewaltig wie sicher das Musical zu erwarten ist. Immerhin wurden 250 maßgeschneiderte Kostüme aus ca. 3000 Meter Stoff und 120 Paar Schuhe angefertigt, 300 Requisiten kommen zum Einsatz – die auf dem Kopf getragenen, handgeflochtenen Wäschekörbe der nubischen Sklavinnen wurden eigens aus Afrika importiert. Die sechs Kampfschwerter sind aus echtem Edelstahl. In der “Modenschau”-Szene tragen die Darstellerinnen sechs extravagante Roben mit ausgefallenen Hüten, darunter ein beleuchteter Hut, der mehr als zehn Kilogramm wiegt. Also auch hier alles gewaltig.
Das neue Musical im Theater des Westens wird sicher bis zum 31. Oktober zahlreiche Zuschauerherzen erobern. Text/Foto: Petra Gütte

Mehr Infos unter: www.aida-on-tour.de. www.theaterdeswestens.de

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