Stechmückenplage in Berlin und Brandenburg – Früher Saisonstart und Sorge vor Tigermücken

Die Stechmückensaison hat in diesem Jahr deutlich früher begonnen als üblich. Wald- und Wiesenmücken sowie Hausmücken schlüpften bereits im April, rund 3-4 Wochen vor der normalen Zeit. Witterungsbedingt fanden die Mücken in Berlin und Brandenburg optimale Bedingungen vor – feucht und warm, wie Experten vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung berichten. Das Populationsmaximum wird voraussichtlich im August erreichen, eine genaue Vorhersage ist jedoch schwierig.

Neben den lästigen einheimischen Mückenarten bereitet eine andere Art den Behörden zunehmend Sorgen: die Asiatische Tigermücke. In den letzten Jahren wurden in Berlin wiederholt adulte Exemplare sowie Larven und Eier dieser aus wärmeren Regionen eingeschleppten Mückenart nachgewiesen. Eine erfolgreiche Überwinterung und Etablierung in der Hauptstadtregion gilt als möglich.

Monitoring der Tigermücken geplant

Aufgrund dieser Entwicklung bereitet der Berliner Amtsarzt Lukas Murajda für die kommende Saison ein Monitoring der Tigermücken vor. Ein entsprechendes Konzept soll im Frühjahr mit den Bezirken und der Senatsverwaltung abgestimmt werden. Ziel ist es, Wissenslücken zur Verbreitung und zu möglichen Krankheitsübertragungen durch Mücken in Berlin zu schließen.

Erkrankungen aufgrund von Tigermücken-Stichen wurden in Berlin bisher noch nicht registriert. Jedoch warnen Experten vor einer wachsenden Gefahr: Die Tigermücken könnten theoretisch Viren wie Dengue- oder Zika-Fieber übertragen, wenn sie zuvor einen infizierten Reiserückkehrer gestochen haben. Das Robert-Koch-Institut beruhigte zuletzt, ein baldiger Ausbruch von Tropenfiebern sei in Berlin unwahrscheinlich, da die Viren selbst meist sehr warme Temperaturen benötigen.

Tipps zum Schutz vor Mückenstichen

Angesichts der zu erwartenden Mückenplage empfehlen sich folgende Vorsichtsmaßnahmen:

– Lange, helle und enganliegende Kleidung tragen, die möglichst viel Haut bedeckt
Insektenschutzmittel mit DEET oder anderen zugelassenen Wirkstoffen auf unbedeckte Hautstellen auftragen
– In den Abend- und Nachtstunden, wenn Mücken am aktivsten sind, Aufenthalte im Freien meiden
– Stehende Gewässer wie Regentonnen beseitigen, da sie als Brutstätten dienen
Fliegengitter an Fenstern und Türen anbringen
– Beim Aufenthalt im Freien können Mückenspiralen, Räucherkerzchen oder elektrische Mückenvertreiber hilfreich sein
– Natürliche Abwehrmittel wie ätherische Öle von Zitrusfrüchten, Lavendel oder Minze können eine gewisse Schutzwirkung haben.

Durch Vorsichtsmaßnahmen und das geplante Monitoring lässt sich das Risiko von Mückenstichen und möglichen Krankheitsübertragungen in Berlin und Brandenburg hoffentlich eindämmen. Dennoch sind die kleinen Plagegeister in diesem Jahr wohl unvermeidbar.

Bild: Miku Aalto via Pixabay

Dieser Inhalt ist nur für registrierte Nutzer sichtbar. Wenn Sie sich bereits registriert haben, melden Sie sich bitte an. Neue Nutzer können sich weiter unten registrieren.

Anmelden

dreizehn − 10 =