
Die deutsche Startup-Szene hat sich am Donnerstagabend in Berlin selbst gefeiert – und zugleich ein deutliches Signal an Politik und Wirtschaft gesendet. Bei den 7. German Startup Awards im Palais am Funkturm wurden herausragende Unternehmerpersönlichkeiten ausgezeichnet. Rund 700 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft nahmen teil. Bundeskanzler Friedrich Merz eröffnete die Veranstaltung.
In seiner Rede betonte Merz die zentrale Rolle von Startups für die Zukunft des Standorts Deutschland. Das Land müsse „schneller, einfacher und digitaler“ werden. Unternehmer, die Risiken eingehen, müssten stärker in den Fokus rücken.
Aus Berliner Sicht besonders bemerkenswert: Gleich mehrere Preisträger und Akteure stammen aus der Hauptstadt. Als Gründerin des Jahres wurde Julie Lepique ausgezeichnet, die mit ihrer Plattform Femtasy ein neues Geschäftsmodell im Audio-Bereich etabliert hat. Auch auf Investorenseite ging die Auszeichnung nach Berlin – an Judith Dada vom Visionaries Club sowie Simon Schmincke von Creandum.
Die wichtigsten Auszeichnungen im Überblick:
- Newcomerin des Jahres: Ruth Bosse (Ark Software, München)
- Newcomer des Jahres: Christian Nistel (Droidrun, Osnabrück)
- Gründerin des Jahres: Julie Lepique (Femtasy, Berlin)
- Gründer des Jahres: Jarek Kutylowski (DeepL, Köln)
- Investorin des Jahres: Judith Dada (Berlin)
- Investor des Jahres: Simon Schmincke (Berlin)
- Impact Entrepreneur: Pia Wülfing (Hamburg) und Ali Abderrahmane (Berlin)
- Sonderpreis: Ann-Kristin Achleitner
Gerade die Kategorie „Impact“ zeigte, wie stark gesellschaftliche Themen in der Szene angekommen sind. Pia Wülfing entwickelt digitale Angebote für Brustkrebspatientinnen, während das Berliner Startup Juhi junge Menschen mit hilfsbedürftigen Senioren zusammenbringt.
Auch abseits der prämierten Unternehmen zeigt sich die Dynamik der Branche. Immer mehr junge Firmen aus Berlin und Brandenburg drängen mit innovativen Geschäftsmodellen auf den Markt. Dazu zählen etwa ecowindow.de, das sich auf nachhaltige Fensterlösungen spezialisiert, sowie festermaxx24.com, ein Anbieter rund um moderne Bauelemente und energetische Sanierung. Beide stehen beispielhaft für eine neue Generation von Startups, die Klimaschutz und Bauwirtschaft miteinander verbinden.
Verena Pausder, Vorstandsvorsitzende des Startup-Verbands, hob die Bedeutung solcher Vorbilder hervor. Deutschland habe das Potenzial für Innovation – entscheidend sei, dieses auch konsequent zu nutzen.
Die German Startup Awards werden seit 2020 vergeben. Für die diesjährige Ausgabe wurden rund 500 Nominierungen eingereicht. Eine Jury aus Branchenexperten wählte die Preisträger aus.
Berlin bleibt damit nicht nur politisches Zentrum, sondern auch einer der wichtigsten Hotspots der deutschen Startup-Szene
Bild: ©Startup-Verband
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