Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull: Eine Hommage zum 150. Geburtstag von Thomas Mann

Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull nach dem Roman von Thomas mann / Hommage an den 150. Geburtstag des Autors im Schlosspark Theater.
Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull nach dem Roman von Thomas mann / Hommage an den 150. Geburtstag des Autors im Schlosspark Theater. Foto: © DERDEHMEL/Urbschat

Es ist die  zweiten Eigenproduktion in diesem Jahr und eine Hommage an Thomas Mann zu dessen 150. Geburtstag wo sie  einen der bekanntesten Romane der deutschen Literatur über einen Charmeur, einen Verwandlungskünstler, einen Meister der Selbstinszenierung auf die Bühne bringen.

Regisseur Frank-Lorenz Engel verdichtet in seiner neuen, pointierten Bühnenfassung den Roman zu einem temporeichen, sprachlich brillanten Theaterabend, der die feine Ironie Thomas Manns lustvoll auskostet und zugleich überraschend aktuelle Fragen stellt: Wie viel Selbstinszenierung steckt in unserer Identität? Und wer definiert, was echt ist?

In der Titelrolle überzeugt Adrian Djokić als virtuoser Grenzgänger zwischen Charme und Chuzpe. Mit Leichtigkeit und präzisem Gespür für Zwischentöne zeichnet er das Porträt eines jungen Mannes, der die Welt als Bühne begreift – und sie mit Witz und Intelligenz für sich zu nutzen weiß. An seiner Seite spielen Alexa Maria Surholt (bekannt aus „In aller Freundschaft“), Marie Schröder, Gerhard Mohr, Oliver Nitsche und Jakob Wenig insgesamt 29 Rollen und erwecken das gesellschaftliche Panorama um 1900 facettenreich und spielfreudig zum Leben.

Ein besonderer Akzent der Inszenierung liegt auf der visuellen Gestaltung: Bühnen- und Kostümbildnerin Su Sigmund entwirft ein stets in Wandlung begriffenes Bühnenbild, das mit fließenden Übergängen die unterschiedlichen Schauplätze nur andeutet – vom Rheingauer Winzerdorf bis in die mondäne Pariser Gesellschaft. Die Bühne selbst wird zum Spiegel von Krulls Identitätswechseln: wandelbar, elegant, nie ganz zu fassen. Die Musik von Valentin von Lindenau unterstreicht diesen Schwebezustand zwischen Schein und Sein.

Zum Inhalt: Felix Krull – Sohn eines bankrotten Sektfabrikanten – entdeckt früh sein Talent zur Selbstverwandlung. Als Liftboy, Charmeur oder vermeintlicher Aristokrat folgt er seinem Lebensmotto „Corriger la fortune“ und hilft dem Glück entschlossen nach. Sein Aufstieg ist ebenso amüsant wie entlarvend: ein Spiel mit gesellschaftlichen Konventionen, Sehnsüchten und Projektionen. Und doch bleibt die zentrale Frage offen: Ist Krull Betrüger – oder lediglich ein besonders begabter Interpret sozialer Rollen?

Mit dieser Inszenierung lädt das Schlosspark Theater bis zum 26. April 2026 zu einer ebenso unterhaltsamen wie klugen Wiederbegegnung mit einem literarischen Klassiker ein – und zu einem Theaterabend, der zeigt, wie modern Thomas Manns Blick auf Selbstoptimierung, Schein und gesellschaftliche Maskerade bis heute geblieben ist.

Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull

  • Wann: Premiere am Samstag, 14. März 2026, 20 Uhr, weitere Vorstellungen bis 26. April 2026
  • Wo: Schlosspark Theater, Schloßstraße 48, 12165 Berlin-Steglitz
  • Infos und Karten: www.schlossparktheater.de

© DERDEHMEL/Urbschat

Dieser Inhalt ist nur für registrierte Nutzer sichtbar. Wenn Sie sich bereits registriert haben, melden Sie sich bitte an. Neue Nutzer können sich weiter unten registrieren.

Anmelden

19 + vier =