Weltbienentag am 20. Mai 2024: Helfen den Bienen künstliche Nisthilfen?

Auch an einem Hochbeet macht sich eine Wildbienennisthilfe gut. Dann wohnen die Summer direkt neben einem Nahrungsangebot. © Sebastian Runge

Der Weltbienentag am 20. Mai erinnert an die wertvolle Rolle der kleinen Bestäuber und ihre Bedrohung. Dominik Jentzsch vom Naturschutzbund erklärt im Interview, warum Wildbienen immer seltener werden und wie man ihnen mit Nisthilfen und naturnahen Gärten helfen kann. Die Gründe für den Rückgang der Wildbienen sind vielfältig, so der Experte. Menschliche Aktivitäten wie der Einsatz von Pestiziden, die Zerstörung von Lebensräumen und der Klimawandel spielen eine zentrale Rolle. “Diese Faktoren mindern die Nahrungsquellen und verfügbaren Nistplätze, was zu einem Schwund bei einem Großteil der heimischen Populationen führt”, erklärt Jentzsch.

Viele wollen den bedrohten Wildbienen mit künstlichen Nisthilfen unter die Arme greifen. Doch bringen die sogenannten “Wildbienenhotels” wirklich etwas? Jentzsch sieht sie nur als Ergänzung: “Ihre Wirksamkeit ist mit Einschränkungen verbunden.” Das Hauptaugenmerk sollte darauf liegen, Nahrungsangebote zu steigern und natürliche Lebensräume zu erhalten und zu schaffen – mit einem möglichst vielfältigen Blühangebot über das ganze Jahr.

Gehören Nisthilfen nun in jeden Naturgarten? “Nicht zwangsläufig”, meint der Naturschützer. Zwar können mehrere kleine Nisthilfen das Nistplatzangebot für oberirdisch nistende Arten fördern. Jedoch nisten drei von vier Wildbienenarten im Boden. “Nisthilfen können ein ökologisches Gartenkonzept ergänzen, nicht aber ersetzen.” Wer sich für eine Nisthilfe entscheidet, sollte auf natürliche, unbehandelte Materialien wie Hartholz oder Ton achten. Wichtig sind glatte Bohrlöcher mit 2-10 mm Durchmesser, mindestens 12 cm Tiefe und einem geschlossenen Ende. Ein Schutzgitter schützt vor Fressfeinden. Auch beim Selbstbau ist Hartholz zu bevorzugen, da Weichholz bei Feuchtigkeit aufquellen kann. Letztlich braucht es laut Jentzsch einen Mix aus Maßnahmen: “Nisthilfen allein sind nicht ausreichend für eine vielfältige Insektenwelt.” Der Schutz natürlicher Lebensräume und Strukturen ist der Schlüssel für artenreiche Wildbienenpopulationen.

Das sollten Sie beim Bau von Nisthilfen beachten

Beim Bohren der Löcher ist es wichtig, quer zur Faser zu bohren, um eine Rissbildung zu vermeiden. Die Löcher sollten in regelmäßigen Abständen gebohrt werden, mit Durchmessern von 2–10 mm, wobei der Schwerpunkt auf kleineren Größen liegen sollte (2–6 mm). Diese bieten dann auch kleineren Arten Nist- möglichkeiten. Nach dem Bohren sollten die Löcher ausgeklopft und mit einem Staubsauger oder Pinsel gereinigt werden, um Späne und Bohrreste zu entfernen. Abschließend empfiehlt es sich, die Oberfläche nachzuschleifen, um alle verbleibenden Holzsplitter zu entfernen und eine glatte Oberfläche zu erhalten. Die Nisthilfen selbst sollten sonnig, regengeschützt und mit einem Ende verschlossen platziert werden. Um Wildbienen in Nisthilfen effektiv vor (Fress)feinden zu schützen, ist es ratsam, ein feinmaschiges Gitter vor der Nisthilfe anzubringen. Dieses Gitter verhindert, dass etwa Spechte und andere größere Insektenfresser Zugang zu den Brutkammern erhalten. Gleichzeitig können die Wildbienen weiterhin ein- und ausfliegen.

Mehr Infos unter www.wir-tun-was-fuer-bienen.de

Bildnachweis: ©Sebastian Runge

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