Naturpark Südgelände: 17 Mio. Euro für Sanierung der historischen Lokhalle

Ende November starten die Sanierungs- und Umbauarbeiten an der historischen Lok- und Verschiebehalle im Naturpark Südgelände. Das knapp 100 Jahre alte, 4.500 Quadratmeter große Industriedenkmal wird in den kommenden Jahren von der landeseignen Grün Berlin wieder instandgesetzt, erweiterten Nutzungen zugeführt und so langfristig gesichert. Im Sinne einer nachhaltigen und klimaangepassten Stadtentwicklung erhält die Lokhalle im Rahmen der Sanierung eine über 4.600 Quadratmeter große Dachbegrünung und ein Regenwassermanagement.

Ein zweistöckiger Neubau in Holzbauweise ergänzt das denkmalgeschützte Gebäude zukünftig um Atelier- und Werkstatträume für Künstler. Besuchern steht die Lokhalle ab 2025 als attraktiver Veranstaltungsort mit einer neuen Gastronomie zur Verfügung.

Um die Lokhalle wieder für eine breite Öffentlichkeit zugänglich machen zu können, muss zunächst die Standsicherheit der zwei Hallenschiffe wiederhergestellt werden. Dazu zählen die Verstärkung der Dachkonstruktion, die Ertüchtigung der Fundamente, eine Ateliererweiterung sowie bauliche Maßnahmen zum Brandschutz. Zudem wird die Fassade denkmalgerecht saniert und der Zugang zum Gebäude barrierefrei gestaltet. Ganz im Sinne einer nachhaltigen Umgestaltung werden ein modernes Regenwassermanagement realisiert sowie rund 4.600 Quadratmeter Dachfläche von Bestands- und Erweiterungsbau begrünt. Neben neuem Lebensraum für verschiedene Pflanzen- und Tierarten unterstützt das Gründach die effiziente Nutzung von Regenwasser und verbessert das Mikroklima vor Ort. Über Rigolen wird das überschüssige Regenwasser anschließend direkt auf dem Grundstück versickert. Zur Beheizung des Atelier- und Veranstaltungsstandortes kommt eine klimafreundliche Luft-Wärmepumpe zum Einsatz. Die Veranstaltungshalle selbst bleibt unverändert unbeheizt.

Mehr Platz für Kunst und Kultur

An der Südfassade des denkmalgeschützten Gebäudes wird eine zweistöckige Ateliererweiterung mit insgesamt rund 1.100 Quadratmetern Fläche errichtet. Durch die geschickte Positionierung an der Außenwand der Lokhalle nimmt der Erweiterungsbau anfallende Windlasten auf und stärkt die Standsicherheit der Halle. Die Gestaltung der 14 geplanten Künstlerateliers erfolgt im Kontrast zu dem verklinkerten Industriebau aus den 1920er Jahren in nachhaltiger Holzbauweise. Eine verglaste, gebäudehohe Passage zwischen den Atelierräumen und der äußeren Hallenwand unterstreicht die räumliche Trennung und verbindet gleichzeitig die Gebäudeteile.

Für den künftigen Veranstaltungsbetrieb in der Lokhalle notwendige Räumlichkeiten wie Umkleiden, Sanitärräume sowie Proben- und Aufenthaltsräume werden in der innenliegenden, ehemaligen Betriebswerkstatt an der Westseite der Halle untergebracht und um weitere Flächen ergänzt. Ein neu installierter Aufzug sorgt für die barrierefreie Erschließung des mehrgeschossigen Gebäudeteils im Inneren der Halle. Ergänzend zur Veranstaltungsfläche in den großen Hallen wird in der ehemaligen Schlosserei, ebenfalls an der Westfassade der Halle gelegen, ein Veranstaltungsraum für bis zu 100 Personen entstehen. Auf der direkt angrenzenden Fläche der ehemaligen Schmiede ist künftig ein Café mit Außenterrasse für die warme Jahreszeit vorgesehen.

Von Tanz bis Theater

Art und Umfang der künftigen Veranstaltungen in der neu eröffneten Lokhalle sollen in besonderer Weise dem bestehenden Charakter des Natur Parks gerecht werden und die Aspekte Kunst, Kultur und Natur stärken. Im Mai 2021 fand eine repräsentative Besucherbefragung im Naturpark Südgelände statt. Dabei wünschten sich 81 Prozent der Befragten musikalische Veranstaltungen inklusive Tanz. Theatervorstellungen (73 Prozent), Kinovorstellungen (65 Prozent) und Lesungen (51 Prozent) waren die weiteren meistgenannten Nutzungswünsche. Dementsprechend sind insbesondere klassische Konzerte, Lesungen oder Theateraufführungen geplant. Auch Ausstellungen, Märkte oder Informationstage wie der „Lange Tag der Stadtnatur“ sind vorgesehen.

Der ganze Spaß kostet den Steuerzahler nach bisherigem Planungsstand 17 Millionen Euro, aber das können bis zur endgültigen Fertigstellung des Projekts natürlich locker noch einige Millionen mehr werden.

Bildnachweis: ©bloomimages

Dieser Inhalt ist nur für registrierte Nutzer sichtbar. Wenn Sie sich bereits registriert haben, melden Sie sich bitte an. Neue Nutzer können sich weiter unten registrieren.

Anmelden

20 − 13 =