Windenergie aus Berlin hat es schwer

Berlins einziges Windrad steht in Nord-Pankow neben einer Autobahn (Foto: Tust)

Der Berliner Senat knüpft seinen künftigen Umgang mit Windenergie an den Bau eines zweiten Windrades, so Bausenator Michael Müller (SPD) im Abgeordnetenhaus. Die Entscheidung zum Bau eines weiteren steht aus.

180 Meter hoch ist Berlins Windrad im Gewerbegebiet Pankow-Nord. Etwa 1.000 Haushalte mit vier Personen kann das Windrad jährlich versorgen. Die Berliner Stadtreinigung (BSR) soll nach Plänen des Senats das zweite Berliner Windrad betreiben. Der Standort des zweiten Windrades soll im Ortsteil Karow sein. Die AnwohnerInnen wehren sich. Zum einen erzeugen Windräder Lärm, zum anderen beeinträchtigen sie Naturgebiete.

Kohle: Berlins wichtigster Energieträger

Der Senat will laut Harald Wolf (Linke) bis 2020 den Stromanteil Berlins an regenerativen Energien erhöhen. Derzeit kommt Berlins Strom überwiegend aus Kohlekraftwerken des Konzerns Vattenfall. Stefan Geißler von der Berliner Energieagentur schätzt das Potenzial erneuerbarer Energien in Berlin auf bis zu 17 Prozent.

Das Volksbegehren „Neue Energie für Berlin – demokratisch, ökologisch, sozial“ setzt sich für mehr regenerativen in Berlin ein. Sein Trägerverein Berliner Energietisch hatte im vergangenen Jahr einen Gesetzentwurf vorgelegt. Danach soll Berlin zwei Unternehmen für regenerativen Strom gründen. Das eine Unternehmen soll den Strom als Stadtwerk produzieren. Das andere soll den Netzbetrieb sicherstellen.

Volksbegehren

Der Senat hatte sich dem Gesetzentwurf des Berliner Energietisches gegenüber ablehnend geäußert. Ein Stadtwerk für Strom müsse mit etwa 200 Unternehmen konkurrieren, die ebenfalls Strom verkaufen wollen. Daniel Buchholz (SPD) warnte im Ausschuss für Stadt-entwicklung und Umwelt vor einer zu starken Beschränkung auf erneuerbare Energien. Ein Problem von Windenergie sei dessen Fluktuation. Wind weht nicht immer. Energie auf Wind müsse daher gespeichert werden und dazu fehle die Infrastruktur.

Als Standorte für neue Windräder kommen Grundstücke Berlins in Brandenburg in Frage. Sie sind ehemalige Rieselfelder der Stadt. Heute sind sie verpachtet und bereits mit 48 Windkraftanlagen bebaut. Bevor Berlin in Brandenburg Windräder betreiben könnte, müsste die Stadt allerdings auch dort langwierige Genehmigungen einholen.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.