Es fehlte einfach der Rhythmus

Zweite Heimspielniederlage für die Berlin Adler

Es war eine bittere 15:26-Niederlage, welche die Berlin Adler im zweiten Heimspiel hinnehmen mussten. Dabei waren die Kiel Baltic Hurricanes an diesem Abend durchaus zu schlagen. Doch erneut konnte die Mannschaft von Head Coach Wanja Müller das vorhandene Potential nur phasenweise abrufen.

Die Gesichter der Spieler und Trainer zeigten Ratlosigkeit nach der Niederlage gegen den Rivalen von der Kieler Förde. „Unsere Abstimmung stimmt teilweise überhaupt nicht“, gab sich Müller nach dem Spiel kritisch. „Da muss ich mir selber den Schuh anziehen und sehen, dass wir möglichst schnell einen Weg finden, das hinzubekommen.“ In den vergangenen Jahren waren die Duelle zwischen den Adlern und den Wirbelstürmen immer auch ein Duell um die Vorherrschaft in der GFL-Nord. Doch in diesem Jahr scheinen beide Teams in der derzeitigen Form weit von der Tabellenspitze entfernt zu sein. Immer noch sind bei den Schwarz-Gelben die Auswirkungen des zu langen Winters zu spüren. In der Zeit,  in der sich die Coaches auf die Suche nach geeigneten Trainingsstätten machen mussten, konnten sie sich nur bedingt auf die Integration der neuen Spieler konzentrieren.

Bedingt durch mentale Fehler im Abwehrbereich der Adler konnten die Gäste aus Schleswig-Holstein schon früh mit zwei Touchdowns in Führung gehen. Beim ersten Besuch in der Adler-Endzone sorgte zwei Strafen wegen unsportlichen Verhaltens gegen die Heimmannschaft für eine sehr gute Ausgangsposition. Der 14-Yards-Lauf von RB Julian Ampaw war dann fast nur noch Formsache. Der zweite Touchdown der Gäste war das Ergebnis einiger Deckungsfehler im Backfield. WR Marcial Williamson stand bei seinem Fang rund fünf Yards vom nächsten Berliner Verteidiger entfernt. „Das sind Geschenke, die man natürlich gerne annimmt“, freute sich Kiels Defense Coordinator Joe Roman nach dem Spiel.

Offensichtlich waren auch die Probleme in der Defense Line. Daniel Fromme war an diesem Abend mit rund 108 Kilogramm der schwerste Spieler in der Front-Four – und damit ein Leichtgewicht, das von zwei Spielern der Kieler O-Line immer wieder aus dem Weg geschoben werden konnte. Dass die Offense der Norddeutschen am Ende dann mit 194 Yards Raumgewinn allein nur durch das Laufspiel den Platz als Sieger verließ, mag da dann nur noch wenige wundern.

In der Saisonvorbereitung konnte nie ein konstanter Rhythmus aufgebaut werden, was sich nun auch im Saisonbeginn widerspiegelt. Denn sowohl im Spiel gegen die Rebels als auch nun gegen Kiel fehlte es an der notwendigen Konstanz. Auch wenn die Partie gegen die Wirbelstürme optisch nicht gerade zu den Highlights der Adler gehören wird, so ist zumindest in den Statistiken eine Formsteigerung zu erkennen. Denn nicht nur das eigene Laufspiel funktionierte besser, sondern auch dem Gegner wurden nicht mehr so viele Yards gestattet, wie zuvor noch den Rebels. Ein etwas anderes Bild bot sich dafür aber im Angriff. Während das Laufspiel wesentlich besser funktioniert, zeigte das Passspiel immer wieder Schwächen, kamen viele Pässe von QB Kevin Ramay nicht bei den Spielern an. „Wir hatten gute Spielzüge. Wir haben uns aber immer wieder durch Strafen und durch Unkonzentriertheiten was weggenommen.“, erklärte Müller.

Doch auch wenn die Adler mit zwei Niederlagen in die neue GFL-Saison gestartet sind, so braucht Head Coach Wanja Müller noch nicht die Hoffnung aufgeben, doch noch einen positiven Saisonverlauf zu erreichen. Der Cheftrainer glaubt fest an das Talent seiner Mannschaft, weiß aber auch, dass sich schnell etwas tun muss, will man den Anschluss nicht verlieren.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.